Hardangervidda 2013

Zusammenfassung unserer Trekkingtour auf der Hardangervidda im Juli 2013

Norwegische_FlaggeWir haben vom 22.07. bis zum 29.07.2013 die Hardangervidda im Westen überquert. Der Startpunkt war Finse im Norden und der Zielpunkt war Haukeliseter im Süden der Vidda. Für die Überquerung haben wir etwas mehr als sieben Etappen benötigt. Die Anreise nach Finse erfolgte von Oslo sehr bequem mit der Bergenbahn (Tickets online auf der Seite der NSB). Die Rückreise von Haukeliseter erfolgte mit dem Expressbus. Dieser fährt drei Mal täglich von Haukeliseter nach Oslo. Bereits für Kleingruppen ab zwei Personen gibt es vergünstigte Tarife. Weiterhin kann man die Busfahrkarte sehr flexibel direkt beim Busfahrer kaufen.

Eine Beschreibung der einzelnen von uns gelaufenen Etappen finden sich bei den Tagesberichten. Wir haben hier auch versucht teilweise auf die Wegbeschaffenheit einzugehen.

Grundsätzlich empfehlen wir aufgrund der von uns gemachten Erfahrungen, sich für die Überquerung etwas mehr Zeit zu lassen. 8-9 Tage sehen wir als guten Wert um nicht über die Vidda hetzen zu müssen.

Tagesberichte

1. Tag – Ankunft in Finse; 5,1 km / 68 hm – GPS-TrackHöhenprofil
2. Tag – Auf nach Rembesdalseter; 18,7 km / 620 hm – GPS-TrackHöhenprofil
3. Tag – Marathonetappe nach Garen; 26,5 km / 920 hm – GPS-TrackHöhenprofil
4. Tag – Der Weg nach Hedlo; 21,0 km / 800 hm – GPS-TrackHöhenprofil
5. Tag – Heute geht’s bis nach Viersdalen; 15,0 km / 480 hm – GPS-TrackHöhenprofil
6. Tag – Über den Hårteigen bis nach Litlos; 23,5 km / 1080 hm – GPS-TrackHöhenprofil
7. Tag – Ziel Hellevassbu; 18,2 km / 910 hm – GPS-TrackHöhenprofil
8. Tag – Endspurt bis Haukeliseter; 22,2 km / 900 hm – GPS-TrackHöhenprofil

Gesamter GPS-Track von Finse nach Haukeliseter

Übersichtskarte der Etappen

 

Wegbeschaffenheit

Die Wegbeschaffenheit auf den ersten drei Etappen zwischen Finse und Hedlo war gelinde gesagt durchwachsen. Ein Großteil der Strecke geht über große Felsbrocken oder Steine, so dass ganz bewusst der nächste Schritt überlegt werden will. In Verbindung mit einem schweren Rucksack und Strecken jenseits der 20 km kann so aus Lust schnell Frust werden. Wir empfehlen daher diese ersten drei Etappen im Vorfeld bereits etwas verkürzt zu planen.

Karten

Wir haben für die Nord-Süd-Querung im Westen der Hardangervidda lediglich eine Karte verwendet:
Turkart 2558: Hardangervidda Vest 1:100.000, 22,95 EUR

Nachteil dieser Karte ist jedoch, dass bei dem großen Maßstab für uns im Nachhinein wichtige Detailinformationen fehlten. Die gesamte Vidda ist ein Feuchtgebiet in dem es mitunter schwer sein kann einen trockenen und ebenen Zeltplatz zu finden. Hier sind genauere Angaben zur Geländebeschaffenheit notwendig, so dass man wohl besser zu den Karten im Maßstab 1:50.000 greift. Eine entsprechende Kartensammlung gibt es im Onlineshop der Geobuchhandlung in Kiel.

Auf den norwegischen Karten sind keine Streckenangaben sondern reine Gehzeiten ohne Pausen zwischen Wegkreuzungen angegeben. Diese sind unserer Erfahrung nach mit einem straffen Marschtempo erreichbar. Ein GPS-Gerät bietet hier eine gute Übersicht über die bereits geleistete reine Gehzeit.

Reiseführer

Wer die Tagesberichte aufmerksam liest wird feststellen, dass wir mit dem von uns verwendeten Reiseführer leider nicht 100%ig zufrieden waren. Wir haben folgenden Reiseführer verwendet:
Trekkingführer Hardangervidda (041), Conrad Stein Verlag, 14,90 EUR

Die Wegbeschreibung war absolut ausreichend und wie haben uns in Verbindung mit unserer Karte nie verlaufen. Leider waren die Entfernungsangaben teilweise sehr sehr ungenau. Oft war die Strecke 3-5 km länger und die Höhenmeter deutlich zu gering angegeben. Wir hatten den Eindruck, dass die Angaben rein aus einer Karte ermittelt wurden. Allerdings ist der Weg auf der Karte gerade in unwegsamem Gelände deutlich kürzer dargestellt (Serpentinen) als er in der Realität ist.

Die von uns angegeben Strecken und Höhenmeter wurden von uns mittels GPS und barometrischen Höhenmesser ermittelt. Mit unseren Angaben seid Ihr daher auf der sicheren Seite und könnt genau abschätzen was Euch erwartet.

Wetter

Die ersten vier Tage hatten wir nahezu windstilles und sehr heißes Wetter. Anschließend hat sich das Wetter innerhalb eines Tages um 180° gedreht und wir haben die Jacken wegen dem starken Wind und dem Regen, der zusammen das Wetter empfindlich kalt gemacht hat, anziehen müssen. Daher gilt auf jeden Fall unsere Empfehlung für guten Sonnen und Regenschutz zu sorgen! Ein langarm Hemd zum Schutz vor der Sonne haben wir vermisst und mussten daher in der Mittagshitze unsere Fleece-Jacken anziehen. 😮 Absolut nicht empfehlenswert! 😉

Neben der intensiven Sonne treten zusätzlich bei Windstille scharenweise Stechmücken auf. Daher auf jeden Fall ein Mückennetz und entsprechende stichsichere Kleidung mitnehmen! Das von uns verwendete Autan hat nur kurze Zeit geholfen.

Sprache

Nahezu 100% der Norweger sprechen sehr gut Englisch. Bei allen anderen kommt man mit „Händen und Füßen“ sehr weit. Bei Problemen einfach jemanden ansprechen. In diesem Fall waren alle Norweger sehr hilfsbereit und auskunftsfreudig! Ein Norwegisches Hei und Takk sollte jeder Norwegenreisende jedoch drauf haben!

Camping

Anders als auf dem Laugavegur auf Island haben wir auf der Vidda keinerlei Infrastruktur zum campen vorgefunden. Gerade in Finse wurden wir sogar von Schildern mit der Aufschrift „No Camping!“ unfreundlich empfangen. Grundsätzlich kann man in der Nähe der Hütten zelten, muss jedoch dafür zahlen (75 NOK / Person). Wir haben das einmal gemacht aber durften keine Infrastruktur der Hütte nutzen. Danach haben wir uns immer außer Sichtweite der Hütte ein Plätzchen gesucht. Das hatte auch den angenehmen Nebeneffekt das unser Camp sehr privat war! 🙂 Dank des Jedermannsrecht ist dies in Norwegen auch erlaubt!

Wir haben den Eindruck gewonnen, dass man sich als Zeltträger automatisch als Ausländer outet. Norweger scheinen wohl nur DNT-Hütten zu verwenden die in der Hauptsaison im Juli und August entsprechend überfüllt sind.

Achtung!! Um die Orte Fossli, Liseth und Garen ist die einzige Möglichkeit zu campen der Campingplatz in Garen. Hierdurch wird die Etappe von Rembesdalseter sehr lang! Mehr dazu im entsprechenden Tagesbericht. Unsere Empfehlung ist es sich bereits auf Höhe des Svolnosvatnet ein trockenes Zeltplätzchen zu suchen. So wird diese Etappe auf eine passable Strecke verkürzt!

Wasser/Essen

Wir haben unsere Nahrung komplett aus Deutschland mitgebracht, da wir nur so ausreichende Planungssicherheit für eine völlig autarke Tour sicherstellen konnten. Gerechnet haben wir mit niedrigen 3000 kcal / Tag pro Person. So haben wir nicht hungern müssen aber haben auch keinesfalls zugenommen! 😉 Die Hütten des norwegischen Wandervereins DNT haben oft einen kleinen Kiosk. In diesem Kiosk kann man die grundlegendsten Nahrungsmittel kaufen. Allerdings zu extremen Preisen. Wenn man eine deutlich längere Tour als wir planen sollte können wir aber nur empfehlen zwischendrin an den DNT-Hütten Essen nachzufassen um das Rucksackgewicht erträglich zu halten. Genaue Infos was es wo zu kaufen gibt haben wir leider nicht!

Wasser kann nahezu aus allen fließenden und etwas tieferen Flüssen/Bächen entnommen und getrunken werden. Man sollte jedoch darauf achten, dass keine Schafe in der Nähe weiden. Ansonsten sollte man das Wasser nicht nehmen oder im Zweifelsfall mit Micropur Forte desinfizieren. Wir haben die Tabletten jedoch nicht einmal gebraucht und haben lieber Wasser an einem anderen Fluss entnommen.

In denselben Flüssen haben wir uns und auch unsere Wäsche gewaschen. Hier sollte man mit Rücksicht auf die Natur entsprechende 100%ig bioverträgliche Seife verwenden. Diese ist zwar etwas teurer, schädigt aber das Ökosystem der Vidda nicht so wie das konventionelle Duschgel aus dem Supermarkt.

Hast Du Anmerkungen/Hinweise/Kritik zu dieser Zusammenfassung? Ich würde mich über Kommentare dazu freuen um meine Reisetipps kontinuierlich verbessern zu können!

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