Hardangervidda – Tag 1: Ankunft in Finse

Pünktlich um 9:15 Uhr landet der Lufthansaflug LH858 auf dem Flughafen Gardermoen bei Oslo. Schon eine Stunde später stehen wir vor dem Hauptbahnhof im Zentrum von Oslo. Dank der schnellen Gepäckabwicklung und der guten Zugverbindung in die Innenstadt von Oslo haben wir so noch genug Zeit um Benzin für unseren Kocher und ein bisschen Tagesverpflegung zu besorgen.

Um 12 Uhr fährt die Bergenbahn pünktlich Richtung Bergen ab. Zu Beginn ist die Fahrt mit der Bergenbahn durch kleine Ortschaften und Felder geprägt. Mit zunehmender Fahrzeit weichen die Ortschaften immer mehr der Natur. Nach etwa 4h Fahrzeit kommen wir auf die Minute genau in Finse, unserem Startpunkt für die Überquerung der Hardangervidda, an. Anders als von uns vermutet ist leider campen an der Hütte in Finse nicht erlaubt. Einige Schilder mit der Aufschrift „No Camping!“ empfangen uns nicht gerade freundlich. Es sollte ein erster Vorbote für die nicht vorhandene Campinginfrastruktur auf der Vidda sein.

Wir überdenken unseren Plan, erst am morgigen Tag die erste Etappe in Angriff zu nehmen und nachdem wir die Rucksäcke umgepackt haben (wir hatten immer noch das Handgepäck vom Flug in der Hand) marschieren wir gegen 17:30 Uhr in Finse ab. So haben wir auch die Möglichkeit die morgige 20 km-Etappe etwas zu verkürzen. Zuerst folgen wir dem Rallarvegen für wenige Kilometer in Richtung Westen. Es handelt es sich dabei um einen Schotterweg der während des Baus der Bergenbahn zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Versorgungsweg angelegt wurde. Kurz bevor wir den Rallarvegen verlassen haben wir noch die Möglichkeit einen kleinen Geocache zu heben. Nun geht es über schmale, zum Teil stark ausgetretene Pfade zwischen kleinen Hüttchen und vielen Pflanzen hindurch in westlicher Richtung weiter. Nach etwa 5 km Weg muss direkt nach der letzten Hütte eine erste Hängebrücke überquert werden. Eine ziemlich wacklige Angelegenheit, an die wir uns in den kommenden Tagen aber noch durch zahlreiche Gelegenheiten gewöhnen werden. Kurz nach der Hängebrücke verlassen wir den Weg und suchen uns in der näheren Umgebung einen ebenen und trockenen Zeltplatz. In wenigen Minuten ist das Zelt errichtet. Man könnte glatt meinen unser Islandtrip ist nur wenige Tage her. 😉

Dank des nahen Flusses haben wir auch „fließendes“ Wasser und bringen dieses auf dem Kocher zum Brodeln. Dabei machen wir erste Bekanntschaft mit den Moskitos, auf deren Speisekarte zu dieser Jahreszeit bei Windstille der Fjell-Besucher steht. Nach dem Essen entziehen wir uns im Zelt den Stechmücken und genießen nach dem langen Tag den ersten Abend im Schlafsack.

Tourdaten:
Länge: 5,1 km
Höhendifferenz: 68 m | Höhenprofil
Gehzeit: 1:10 h

Hier geht’s zum Bericht von Tag 2: Auf nach Rembesdalseter

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