Hardangervidda – Tag 6: Über den Hårteigen bis nach Litlos

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Hardangervidda_2013_Tag_6_01Heute Nacht scheint das Wetter umgeschlagen zu sein. Bereits gestern Abend konnte man dicke Regenwolken über dem Eidfjord erkennen und nachts hat es auch ein paar Mal gedonnert ohne das jedoch bei uns Regen fiel. Am Morgen hängt der Himmel in den Kniekehlen und es ist deutlich kälter geworden. Es scheint so, als dass es jeden Moment anfangen könnte zu regnen. Um nicht noch von einem Schauer überrascht zu werden bauen wir das Zelt schnell ab und verstauen unsere Ausrüstung in den Rucksäcken. Angenehmerweise sind die seit dem Tourstart in Finse schon deutlich leichter geworden. 🙂

Bereits um 8:15 Uhr starten wir unsere heutige Etappe die uns bis nach Litlos führen wird. Von dem „Wikinger“ fehlt jede Spur. Es ist wohl gestern Abend beim Angeln später geworden… 😉 Daher können wir uns leider nicht verabschieden. Da der Wasserstand vom Fluss, an dem unser Camp stand, über Nacht zugenommen hat müssen wir die ersten Meter furten. Aufgrund des kalten Wasser sind wir spätestens nun wach! 😀

Hardangervidda_2013_Tag_6_05Wie gestern geplant verzichten wir darauf bis Torehytten zu gehen und laufen direkt nach Süden in Richtung Hårteigen. Kurz nachdem wir Viersdalen verlassen haben begegnen uns drei andere Trekker. Es stellt sich heraus, dass sie gestern Nacht in unmittelbarer Nähe zu uns, lediglich hinter einem Hügel versteckt, campiert haben. 😀

Kurz vor dem Hårteigen geht es zweimal steil bergauf. Laut unserem Reiseführer sollte dieser Aufstieg nicht leicht werden. Wir hatten jedoch keine größeren Probleme. Der erste Anstieg führt über Geröll. Der zweite Ansteig führt hingegen über bemooste Felsplatten über die Schmelzwasser abfließt. Hier kann es ab und an rutschig werden!

Hardangervidda_2013_Tag_6_25Anschließend trifft unser Weg auf der Ostseite der Hårteigen auf den Weg der von Torehytten kommt. Dort errichtet sich Charlotte aus unseren Rucksäcken einen Windschutz. Vor der steifen Brise geschützt wartet Charlotte auf mich da ich den Hårteigen besteigen will.

Nur mit leichtem Gepäck mache ich mich an den Aufstieg durch eine große Felsspalte, die voller losem Geröll ist. Hier muss man sehr auf Steinschlag achten! Am Ende der Felsspalte angelangt geht es über einen ersten Absatz der mit abenteuerlich aussehenden Seilen gesichert ist. Anschließend wird der Aufstieg deutlich einfacher jedoch ist er nun stark ausgesetzt. Durch einen Handlauf kommt man aber sicher vorran. Nachdem ein zweiter Absatz überklettert ist steht man auf dem Plateau des Hårteigen. Noch einige Meter geht es hinauf bis zum Gipfel der durch ein riesiges Steinmännchen markiert ist. Dort bietet sich dem Bergsteiger ein großartiges 360°-Panorama über die gesamte Hardangervidda!

Nicht weit entfernt vom Gipfel finde ich nach einiger Suche einen Geocache, in dem ich noch meinen Besuch auf dem Hårteigen verewige. Anschließend werden vom Gipfel noch ein paar Panoramaaufnahmen geschossen und es geht wieder hinunter. Auf dem Abstieg dokumentiere ich noch schnell die Aufstiegsroute mit Bildern.

Nach etwa 1,5 h bin ich zurück bei Charlotte und die Tour kann gemeinsam weiter gehen. Über einen guten Weg geht es weiter in Richtung Süden. Lediglich kleine Geländewellen müssen überquert werden. Auf den folgenden Kilometern kommt man immer wieder an kleineren und größeren Seen vorbei. Nachdem wir nun einige Tage Probleme hatten unterwegs einen geeigneten Zeltlatz zu finden kommen wir nun reihenweise an tollen potentiellen Camps vorbei. Am Sandvatnet, am Grytevatnet und am Grøndalsvatni finden sich tolle ebene Zeltplätze! Wenn wir das vorher gewusst hätten…! 😉

Hardangervidda_2013_Tag_6_31Am Grøndalsvatni machen wir eine Rast und erfrischen uns in dem kalten klaren Schmelzwasser des Sees. Eigentlich wollten wir hier heute unser Camp aufschlagen. Da es aber noch sehr früh ist und wir uns noch gut fühlen entscheiden wir bis nach Litlos weiter zu gehen. Noch einmal muss eine Anhöhe überquert werden und dann sehen wir die Hütte von Litlos im Tal am Litlosvatnet liegen. Nun sind es nur noch wenige Kilometer Luftlinie bis zum Ziel!

Über einen teilweise steilen Pfad geht es über Schieferplatten zur Hütte hinab. An der Hütte angekommen kauft Charlotte im Lädchen Fanta und Chips. Welch‘ Luxus in der Wildnis! Da wir nicht direkt an der Hütte zelten wollen beschließen wir den Weg noch ein bisschen weiter zu gehen. Am Westufer des Litlosvatnet finden wir einen tollen und versteckten Zeltplatz direkt an einem kleinen Bächlein. So haben wir alles was wir brauchen. Ein trockenes windgeschütztes Fleckchen Erde und fließendes Wasser. 🙂

Nach dem das Camp routiniert errichtet ist lassen wir den Tag bei angenehmen Sonnenschein und einem Abendessen aus der Tüte ausklingen.

Tourdaten:
Länge: 23,5 km
Höhendifferenz: 1070 hm | Höhenprofil
Gehzeit: 6:40 h

Hier geht’s zum Bericht von Tag 7: Ziel Hellevassbu

  1. Thomas
    | Antworten

    Von den Fotos her für mich die bisher schönste Etappe 🙂
    Interessanter Himmel mit den Wolken und die wellige Landschaft mit dem Wasser und den Schneefeldern – toll!

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