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Ohne Mampf kein Kampf: Nahrung auf Tour

eingetragen in: Outdoor Know-How | 8

Nahrung_auf_Tour_4Da wir während unserer Hardangervidda-Überquerung auf eine Gruppe gestoßen sind die total begeistert davon waren wie lange wir mit unserer Packliste autark unterwegs sein können möchten wir hier unser „Essenkonzept“ für solch eine Trekkingtour vorstellen.

Eine Anmerkung jedoch vorweg: Die Notwendigkeit Wasser mitzuführen ist von Region zu Region sehr unterschiedlich und die Auswirkung auf die Tourplanung sehr komplex. Aufgrund mangelnder eigener Erfahrung möchten wir hier auch nicht weiter darauf eingehen und gehen davon aus, dass Wasser ausreichend zur Verfügung steht. Über entsprechendes Know-How in den Kommentaren würden wir uns aber sehr freuen!

Zuerst werden wir auf die Kriterien eingehen nach denen wir die Nahrung auf Tour einplanen um dann anschließend noch einen exemplarischen Speiseplan von unserer letzten Tour auf der Hardangervidda in Norwegen vorzustellen.

Nahrung_auf_Tour_3Kriterien

Wir haben drei Kriterien nach denen wir unsere Einkaufsliste für eine Trekkingtour zusammenstellen:

  • Gewicht,
  • Energiedichte und
  • Geschmack

Gewicht

Dieser Punkt ist selbsterklärend. Um das Rucksackgewicht erträglich zu halten muss die Nahrung so leicht wie möglich sein. Aus diesem Grund kommen nur gefriergetrocknete Nahrungsmittel in Frage.

Nahrung_auf_Tour_1Unsere Erfahrung ist, dass man im Sommer pro Person mit etwa 700-800 g Nahrung pro Tag rechnen kann. So kommt man auf eine Energiemenge von 2700-3000 kcal/Tag. Dies ist eher am unteren Ende der Energiemenge kalkuliert die man pro Tag benötigt. D.h. zunehmen wird man auf Tour auf keinen Fall. 😉 Der Körper stellt sich jedoch nach 2-3 Tagen auf die neue Belastung ein und damit verbunden geht bei uns auch deutlich der Appetit zurück.

Bei längeren Touren kann man auch überlegen das angestrebte Rucksackgewicht (maximal ~20 kg) um 1-3 kg zu überschreiten. D. h. nach 3-4 Tagen ist das Mehrgewicht im Rucksack bereits wieder „weggefressen“. 😉

Beim Gewicht sollte man auch nicht die für die Zubereitung notwendige Ausrüstung außer acht lassen. Durch einen leichten Alu-Topf (meist reicht ein Topf vollkommen aus) und einen leichten Kocher wie z. B. dem Primus OmniLite Ti lässt sich zusätzlich Gewicht im Gepäck einsparen.

 

Nahrung_auf_Tour_2Energiedichte

Unter der Energiedichte verstehen wir die Anzahl an Kilokalorien  (kcal) pro Gewichtseinheit. Daher sind auf Tour grundsätzlich Nahrungsmittel zu bevorzugen die bei geringem Gewicht eine hohe Anzahl an Kilokalorien aufweisen. Beispiele hierfür sind Studentenfutter, spezielle Trekkingnahrung wie Peronin, Nudeln, Reis oder Schokolade. Eben alles was wir im Alltag nur in Maßen genießen sollten. 🙂

Geschmack

Die Sicht auf die Nahrung war bisher eher objektiv nüchtern. Aber mal ehrlich… wir verbringen unsere Freizeit oder den Urlaub in der Natur und nicht in einem Krisengebiet. Daher spielen für uns auch der Geschmack und ein abwechslungsreicher Speiseplan eine große Rolle bei der Planung. Für uns stellt dieser Punkt sogar die größte Herausforderung dar, da sich die anderen zwei Kriterien sehr gut in Zahlen ausdrücken und vergleichen lassen.
Und nicht vergessen: Ein abwechslungsreicher Speiseplan auf dem eine ausgewogene Kombination aus Süßem und Deftigem stehen motiviert auch an regnerischen Tagen ungemein! 😉

Nahrung_auf_Tour_5Speiseplan

Alle Angaben zählen für einen Tag und eine Person.

Frühstück

1x OatMeal Frühstück Blaubeere oder Apfel-Zimt (270 kcal, 70 g)
+ Seeberger Bananenchips (159 kcal, 30 g)
+ Müsli (122 kcal, 30 g)
1x Kaffee (nach Wunsch mit Zucker, 15 g)

Snacks unterwegs

1x OatSnack Müslirigel (272 kcal, 65 g)
2 Scheiben Dosenbrot mit Pastete (Aldi Süd & DM) (150 kcal, 64 g)
½ Tafeln Schokolade (260 kcal, 50 g)
½ Packungen Studentenfutter oä. Nussmix (495 kcal, 100 g)
½ Packungen „Süßware“ wie Haribo oä. (349 kcal, 100 g)

Abendessen

1x Gefriergetrocknete Fertignahrung (605 kcal, 160 g)
½ Packungen „Süßware“ als Dessert (349 kcal, 100 g)

Summe Energie: 3031 kcal
Summe Gewicht: 784 g

Nahrung_auf_Tour_6Fazit

Diese Beispielrechnung zeigt, dass man  durchaus mit unter 1 kg pro Tag pro Person auskommen kann. Durch den Einsatz von „Sondernahrung“ wie beispielsweise Peronin kann man dieses Gewicht sicherlich noch deutlich drücken. Wir haben das allerdings noch nicht versucht. Vielleicht kann ja jemand von Euch in den Kommentaren berichten?

8 Responses

  1. Richard Reisacher
    | Antworten

    hattet ihr auch mal knäckebrot dabei?
    Grad in norwegen, wo ausreichend wasser zur verfügung steht fand ich die kombination mit Salami ziemlich gut.
    Waren bei uns auch ca. 60g Brot pro Snack (+ Wurst)
    ergänzt durch 3 Müsliriegel hat das gereicht.

    • nico
      | Antworten

      Ehrlich gesagt hatten wir noch nie Knäcke dabei. Unsere Rucksäcke waren immer so prall gefüllt das wir befürchtet haben, dass das Knäcke total zerbröselt unterwegs. Daher finden wir die Trek’n Eat Kekse auch so genial weil die „gepanzert“ sind. 😉
      -> https://www.auf-tour.info/trekn-eat-kekse-fuer-unterwegs/

      Wir hatten stattdessen Dosenbrot vom Aldi dabei. Das ist durch die Dose super geschützt gewesen (auch vor Feuchtigkeit). Allerdings ist es nicht sehr energiereich…
      Das Knäcke „Wasa Mjölk“ hat übirgens mit 3,5 kcal/g keine schlechte Energiebilanz. Wenn wir einen Geistesblitz für eine leichte, stabile, platzsparende und wasserdichte Verpackung haben wäre das auf jeden Fall dem Dosenbrot vorzuziehen. 🙂

      Wie lange seid Ihr unterwegs gewesen? Eure Tagesration erscheint mir von den Kilokalorien gegenüber unserer nocheinmal deutlich sparsamer… 😉

      • Richard Reisacher
        | Antworten

        hehe,
        das war nur der Snack.
        Zum Frühstück: Haferflocken (+Milchpulver, Kakao,Zimt,Zucker, Rosinen+Äpfel)–>schön billig
        Abendessen: nudeln mit Dosenfisch (enthält auch Tomatensauce. grad in Norwegen relativ günstig^^)
        Couscous mit Pulversauce und Cornedbeef
        Mit so fertig Tütengerichten haben wir auch ganz gute Erfahrungen gemacht.
        Allerdings ham wir die Mengen vorher geschätzt und das wieder vergessen^^

        waren ca. 7 Tage autonom unterwegs, deshalb gabs Platzmäßig kein Problem

        • nico
          | Antworten

          Ah okay,… das hätte mich auch echt gewundert… 😉 Das wäre ja quasi „nur Wasser und Brot“ gewesen. 😀

          Welches Milchpulver habt Ihr verwendet? Wir haben mal eines, ich glaube von Trek’n Eat versucht. Das war scheußlich,… anders kann man es nicht sagen… 🙂

  2. Christian
    | Antworten

    Moin, bin da ganz bei den gleichen Überlegungen (Energiedichte etc.)! Ab und zu, finde ich, sollte man dann auch mal ein kleines Special in Petto haben. Hatte mit ner Gruppe letztes Jahr in den Alpen Trocken-Pfannkuchenmischung aus Mehl, Trockenei und Milchpulver mit für ne Tages-Gipfeltour, zubereitet überm Benzinkocher auf 2700m, dazu gabs noch Marmelade – göttlich! Und wir wurden alle sechs satt und glücklich von nicht mal nem Kilo Mischung (wobei wir natürlich auch noch das benötigte Wasser auf den Gipfel tragen mussten, aber das erübrigt sich ja andernorts).
    Ansonsten hatte ich schon mehrfach mit ner Art Brotkuchen/Fladen experimentiert (Mehl+Zucker+Öl+Früchte/Nüsse, oder etwas weniger Zucker und dafür Räucherspeck und Röstzwiebeln in den Teig, angebraten quasi wie Röstis). Kommt je nach Öl/Nuss/Speckgehalt locker auf 3000-4500kcal/kg Tragegewicht. Zudem ists lecker, geschmacklich variabel, und vor allem: grade für Skandinavien relativ bezahlbar – Mehl, Zucker und Öl kann man sich ja meistens noch leisten, somit muss man nicht alles im Flieger mitnehmen und dafür evtl. Gepäckaufschlag bezahlen… Was mir jetzt grade noch vorschwebt, ist ne reisbasierte Lösung als Abwechslung, also etwa wie getrocknetes Risotto (vorher zubereiten, trocknen lassen, in Gefrierbeutel vorportionieren), wobei dort dann auch eben Räucherspeck reingehören würde, aber vielleicht auch mal was Thai-Curry-mäßiges mit Kokosmilchpulver…

    Macht auf jeden Fall richtig Spaß, mit Outdoor-Küche zu experimentieren!

    Christian

    • nico
      | Antworten

      Da beschäftigst Du dich aber sehr intensiv mit der Herstellung eigener Trekkingnahrung! Wir greifen da ja eher auf die im Handel erhältlichen Lösungen zurück. 😉

      Vielleicht kennst Du das Buch ja schon, aber wenn nicht können wir Dir das Buch „Kochen unter freiem Himmel“ von Karin (ISBN 978-3-8094-2945-6) Ihre empfehlen. Dort sind einige outdoortauglichen Gerichte beschrieben die man gut im trockenen Zustand zu Hause vorbereiten kann.

  3. […] Erfahrungsgemäß ist es so, dass die Nahrung einen großen Anteil am Gepäckgewicht ausmacht. In unserem Fall sind das etwa 700-800 g/Person und Tag. Daher ist das Potential um Gewicht einzusparen natürlich bei der Nahrung sehr hoch. Aus diesem […]

  4. […] Ein altes Sprichwort sagt: “Ohne Mampf kein Kampf!”. Nur mit ausreichender Energiezufuhr kann der outdoorbegeisterte Entdecker die kräftezehrenden Strapazen einer langen Tour durchstehen. Daher kommt der Nahrung auf Tour eine sehr große Bedeutung zu. Darüber habe ich bereits in der Vergangenheit geschrieben: Nahrung auf Tour […]

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