Hardangervidda – Tag 2: Auf nach Rembesdalseter

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Hardangervidda_2013_Tag_2_5Nachdem wir die Nacht komfortabel an einem kleinen Fluss verbracht haben beginnt unser Tag früh. Um sieben Uhr halten wir es nicht mehr im Zelt aus und wollen unbedingt los auf unsere erste vollständige Etappe in Richtung Rembesdalseter.

Nach dem Frühstück packen wir rasch unsere Sachen und schon geht’s los. Unser Tag startet mit dem längsten Anstieg der heutigen Etappe, hoch zum Gletscher Hardangerjøkulen. Der Weg ist über große Felsplatten und moosige Flächen gut gehbar. Bei Nässe könnte es hier allerdings rutschig werden. Während dieses Aufstiegs können wir immer wieder zurück schauen auf den Finsevatnet, den See von Finse und unseren gestrigen Zeltplatz.

Hardangervidda_2013_Tag_2_3Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft karger und steiniger. Wir queren mehrere Altschneefelder, die teilweise sehr steil sind und in kleineren Seen enden. Besonders toll wirkt das Eis welches sich unter der Wasseroberfläche befindet, und uns durch sein strahlendes Blau beeindruckt.

Bei 1500 m ü. NN. ist der höchste Punkt erreicht und wir überqueren unseren ersten Pass. Der weitere Weg ist über eine Strecke von ungefähr 10 km durch ein ständiges Auf und Ab gekennzeichnet. Es geht zunächst vorbei an dem auf ca. 1400 m ü. NN gelegenen Gletschersee. Das Wasser wirkt hier ganz still und es schwimmen einige Eisschollen auf der Oberfläche. Hier ist uns nicht gerade nach einem Bad zumute. Wir gehen weiter und kommen nach einiger Zeit zum Ramnabergvatnet, der See unterhalb des Gipfels des Ramnabergnuten. Hier sprudelt unter dem Eis ein Wasserfall hervor. Der nächste See, der Nutavatnet ist durch eine Hängebrücke zu queren. Es gibt an dieser Stelle keine Alternative um die Brückenüberquerung zu vermeiden. Wer die Hardangervidda durchqueren möchte sollte sich auf viele Hängebrücken, allerdings auch auf vereinzelt sehr abenteuerliche Konstruktionen, gefasst machen – soviel schon einmal an dieser Stelle.

Hardangervidda_2013_Tag_2_1Die letzten 5 km der heutigen Etappe gehen steil bergab. Der Weg verläuft erneut über glatte Felsplatten, die im trockenen Zustand gut gehbar sind. Das letzte Stück hinab zu dem Stausee Rembesdalsvatnet stellt sich da anders dar. Ein sehr steiler verblockter Pfad führt nach unten. Es ist eng und man muss sehr konzentriert gehen, um Verletzungen zu vermeiden. Unten am See angekommen finden wir einen tollen Zeltplatz. Dieser liegt noch ca. 400 m vor dem eigentlichen Etappenziel, der Hütte von Remesdalseter. Allerdings ist er ideal gelegen. Wir haben an dieser Stelle fließendes Wasser in dem wir uns und unsere Wäsche waschen können. Auch die Mücken stellen hier keine allzu große Plage dar, da ein leichter Wind geht. Wir schlagen hier unser Nachtlager auf und genießen unser Abendessen. Schon heute wird uns klar, dass die Angaben im Reiseführer auf eine optimistische Schreiberin schließen lassen könnten.


Tourdaten:

Länge: 18,7 km
Höhendifferenz: 620 m | Höhenprofil
Gehzeit: 5:40 h

Hier geht’s zum Bericht von Tag 3: Marathonetappe nach Garen

2 Responses

  1. Sina
    | Antworten

    Sieht einfach mal wieder genial aus! Schneefelder, die in einen See münden etc. super schön!
    Ähm…=D Guten Appetit!

  2. nico
    | Antworten

    Obwohl die „Pampe“ garnicht mal so schlecht war, waren wir nach einer Woche trotzdem froh als wir wieder frisch essen konnten! 😉

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