Hardangervidda – Tag 3: Marathonetappe nach Garen

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Nach unserer erholsamen Nacht unweit des Rembesdalsvatnet starten wir unsere heutige Etappe gegen 9 Uhr in der Früh. Nach wenigen hundert Meter ist die Hütte von Rembesdalseter erreicht. Hier beginnt ein anstrengender Wegabschnitt über große Felsbrocken und abschüssiges Gelände entlang des Rembesdalsvatnet. Nach etwa 1 km, Hardangervidda_2013_Tag_3_12der viel Zeit gekostet hat (die Angabe auf der DNT-Karte ist hier mit Gepäck viel zu optimistisch!) steigt das Gelände an und es geht hinauf zum ersten Pass des Tages. Teilweise müssen wir steile Stellen auf allen Vieren klettern. Je höher wir kommen desto besser wird die Gletscherzunge Rembedalskåka sichtbar deren Schmelzwasser maßgeblich den Rembesdalsvatnet speist.

Bis zum Erreichen des Passes muss der Schmelzwasserfluss über zwei Brücken, die im ersten Fall eine recht abenteuerliche Konstruktion ist (zwei zusammengenagelte Bretter), überquert werden. Nach einer kurzen Pause im Schatten eines Felsblocks geht es weiter hinauf. Durch die schweren Rucksäcke und das schwierige Gelände kommen wir nur langsam voran. Erst Hardangervidda_2013_Tag_3_13nach schätzungsweise 3 h erreichen wir den Pass. Hier wird uns klar, das wird ein sehr sehr langer Tag.

Richtung Südwesten geht es über leicht abfallendes Gelände weiter. Oberhalb von Simdalen führt uns der Weg direkt am oberen Rand einer Felswand entlang. Man hat hier einen super Blick zum Eidfjord, der eindrucksvoll tief in die Landschaft liegt. Kurz vor dem Skyfjedalsvatnet geht es ein sehr steiles Stück hinab zum See um nach einer Brücke wieder sehr steil zum zweiten großen Anstieg des Tages hinauf anzusteigen.

Der Pfad in diesem „Tal“ ist sehr morastig und so drohen mit der Zeit nasse Füße! Nach den ersten 200 hm haben wir jedoch das schlimmste morastige Stück geschafft und der Weg verläuft kurzzeitig flacher. Nach Hardangervidda_2013_Tag_3_14weiteren 150 hm ist der zweite und letzte Anstieg des Tages bewältigt und man kann den Blick bereits in das Tal mit den Ortschaften Fossli und Garen schweifen lassen. Hier zeigt unser GPS-Gerät bereits 18 km an und wir beschließen nur ein Stück abzusteigen um auf dem Plateau oberhalb von Fossli einen passenden Zeltplatz zu suchen. Leider stellt sich dies als eine glatte Fehlentscheidung heraus. Der Untergrund ist sehr feucht und es ist nahezu unmöglich ein trockenes Fleckchen für das Zelt zu finden. Hier ist unsere Empfehlung bereits auf Höhe des Svolnosvatnet kurz vor Erreichen des zweiten Passes ein passendes Plätzen für sein Zelt zu suchen. So ist auch eine besser bewältigbare Etappenlänge möglich.Hardangervidda_2013_Tag_3_09

So heißt es für uns weiter bergab in Richtung Liseth Pensjonat. Der lange Tag und die nun schlechte Beschilderung macht uns das Vorankommen beschwerlich. In Liseth werden wir recht rabiat darauf hingewiesen, dass kein Platz mehr für uns frei sei und auch das Campen hier verboten ist. Wir sollen doch weitergehen bis zum nächsten Campingplatz. Dieser wäre nur 15 Gehminuten entfernt. So schultern wir wieder unsere Rucksäcke und machen uns weiter auf in Richtung Garen.

Nach etwa 2,5 km erreichen wir nach 8,5 h reiner Gehzeit gegen 21:30 Uhr fix & fertig den Campingplatz Garen auf dem wir unsere Rucksäcke fallen lassen. Die Anmeldung ist bereits geschlossen. Daher Hardangervidda_2013_Tag_3_10stellen wir unser Zelt auf einer Wiese des Campingplatzes auf und beschließen Morgen zu bezahlen. Glück im Unglück: Die heiße Dusche auf dem Campingplatz rettet unser Leben!! 😉

Charlotte macht einen unwiderruflichen Vermerk in unser Tagebuch, dass nächstes Jahr ausschließlich Strandurlaub gemacht wird. Nico hat absolut nichts dagegen,… zumindest an diesem Abend! 😉

Tourdaten:
Länge: 26,5 km
Höhendifferenz: 920 hm | Höhenprofil
Gehzeit: 8:30 h

Hier geht’s zum Bericht von Tag 4: Der Weg nach Hedlo

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