10 Tipps zum Reduzieren des Gepäckgewichtes

Kurz nach Weihnachten ist der ideale Zeitpunkt um sich mit seiner Outdoorausrüstung zu beschäftigen. Die ganzen verschenkten Gutscheine möchten ja schließlich auch im Laden umgesetzt werden. Aber halt! Lieber noch einmal reflektieren ob man damit nicht seinen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin zu schweren Rucksack weiter belastet und so nur unnötig das Gepäckgewicht nach oben treibt. 😉 Denn je leichter der Rucksack desto mehr Spaß hat man auf Tour! Also bevor man jetzt seine Gutscheine für irgendetwas „verfeuert“ noch einmal kurz überlegen wie sie am effizientesten eingesetzt werden können.

Abspecken beim Gepäck muss nicht teuer sein. Es muss nicht immer gleich das Titangeschirr sein um noch einmal 20 g gegenüber dem bewährten Alugeschirr zu sparen.

Damals noch ziemlich überladen auf Island 2012
Damals noch ziemlich überladen auf Island 2012

Ziel sollte es sein das „Basisgepäckgewicht“, also ohne Nahrungsmittel, Wasser, Brennstoff und Kleidung die man am Körper trägt, unter 10 kg zu drücken. Dann spricht man übrigens auf neudeutsch von Lightweight-Trekking. Es geht aber noch extremer: Ultralight-Trekker sind mit einem Basisgewicht von unter 5 kg unterwegs. Ich finde man muss es aber nicht übertreiben… 😀

Die von mir zusammengestellten Tipps haben sich bei mir bereits bestens bewährt, wie das ein oder andere Beispiel aus meiner Trekkingerfahrung beweist.

Natürlich kannst Du diese Tipps nicht nur für Deine Trekkingausrüstung verwenden sondern auch selbstverständlich für andere Outdooraktivitäten wie Radreisen oder Skitouren.

10 Tipps zum Reduzieren des Gepäckgewichtes

1. Lege Dir eine Waage zu

Einzelne Ausrüstungsgegenstände werden mit einer einfachen Küchenwaage gewogen. Darüber hinaus dient eine günstige Federwage bis 25kg zum Kontrollieren des gesamten Rucksackgewichts. Angenehmer Nebeneffekt, man erlebt auch beim Check-In am Flughafen keine Überraschung.

Nur mit einer Waage führt das Vergleichen von Equipment nicht zu wilder Kaffeesatzleserei. Also Waage zulegen und anschließend ran an die Bestandsaufnahme der bestehenden Packliste. Du wirst sicherlich die eine oder andere Überraschung erleben.

2. Komfortabel und sicher ist die Prämisse

Jeder Depp kann mit wenig Ausrüstung losziehen, nur ob das eine gute Idee ist darf angezweifelt werden. 😉 Du darfst nicht frieren, Du musst im Regen trocken bleiben und kräftig essen um leistungsfähig zu bleiben. Das Reduzieren des Gepäckgewichtes darf nicht dazu führen, dass Dein Naturerlebnis oder deine Sicherheit beeinträchtigt wird.

3. Prüfe jeden Ausrüstungsgegenstand

Eigentlich ist dieser Punkt sehr einfach: Stopfe nicht einfach Dinge in Deinen Rucksack. Nimm jeden Ausrüstungsgegenstand bewusst in die Hand und denke darüber nach ob Du ihn auch wirklich brauchst! Kommst Du vielleicht auch ohne ihn aus? Gibt es eine leichtere Alternative oder kann die Funktion eventuell von einem anderen Ausrüstungsgegenstand mit erfüllt werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist mein Essgeschirr, das ich auf der Kungsledentour nicht einmal verwendet habe. Hauptmahlzeiten habe ich direkt aus der Verpackung gegessen und das Frühstück habe ich mir mit verbliebenem Kaffeewasser und Milchpulver direkt im Titantopf angerührt und auch daraus gegessen. Daher bleibt das Essgeschirr auf der nächsten Solotour zu Hause.

4. Es ist okay seinen eigenen Kopf zu haben

Mit zunehmender Trekkingerfahrung bekommt man ganz automatisch Ideen um seine Ausrüstungsgegenstände zu verbessern oder vielleicht sogar für mehrere Dinge zu verwenden. Ein gutes Beispiel ist meine Wäscheleine. Wenn man hoch feste Paracord verwendet hat man automatisch auch Ersatzschnürsenkel und Material zur Reparatur, beispielsweise der Schulterriemen des Rucksacks, dabei. Also nur Mut! Einfach mal auf der nächsten Wochenendtour selbstgebaute Ausrüstung oder ein unkonventionelles Konzept testen! 😉

5. Pack einfach weniger ein

Der leichteste Ausrüstungsgegenstand ist der, den man nicht dabei hat. Und nebenbei, er ist auch der günstigste. Prüfe beim Zusammenstellen jeden Gegenstand ob Du ihn vielleicht schon auf der letzten Tour dabei gehabt hast ohne ihn zu brauchen? Wenn ja: WEG DAMIT!

6. Kenne den Unterschied zwischen „notwendig“ und „hätte ich gerne“

Wirklich notwendig ist nicht viel: Luft, Wasser, Nahrung und ein Mindestmaß an Wetterschutz. Da wir aber unsere Freizeit in der Natur verbringen kann ich verstehen wenn Du auch noch ein paar extra Dinge mitführst die Dir das Leben auf Tour angenehmer gestalten. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Kocher, auf den sicherlich keiner verzichten will. Aber muss wirklich das zivilisationsverseuchende Smartphone mit der extra Powerbank in den Rucksack? Hast Du überhaupt empfang wo Du hingehst? Und warum muss das iPad mit? Sieht doch eh bescheuert aus wenn man damit ein Foto macht… zumal die meisten auch eine normale Kamera dabei haben werden. Allerdings verzichte ich persönlich auf Tour nie auf ein gutes Buch.

7. Führe eine Packliste

Dieser Punkt sollte eigentlich selbstverständlich sein. Eine Packliste mindert nicht nur die Gefahr etwas Wichtiges zu vergessen, sondern führt auch zur notwendigen Transparenz um seine Ausrüstung zu optimieren. Ich gehe z. B. nach jeder Tour nochmals die Packliste durch und prüfe ob ich die einzelnen Gegenstände wirklich gebraucht habe. Wenn nicht werden sie für die nächste Tour gestrichen.

8. Das meiste Gewicht steckt in wenigen Ausrüstungsteilen

Klingt eigentlich ziemlich naheliegend, aber dennoch ist es gut wenn man sich nochmals vergegenwärtigt welche „Funktionen“ die Gewichtstreiber im Rucksack sind:

  1. Transport (Rucksack / Packsäcke)
  2. Unterkunft (Zelt und Unterlage)
  3. Schlafen (Schlafsack und Matratze)
  4. Kochen (Kocher, Töpfe, Essgeschirr,…)

Bei diesen vier Ausrüstungsgruppen lässt sich sehr viel Gewicht einsparen. Hier macht es Sinn etwas mehr für leichtere Ausrüstung zu investieren. Plant man im Reisebudget ein leichteres Zelt oder einen Daunenschlafsack ein wird man auf Tour sicherlich mehr Spaß haben! So habe ich durch das Optimieren meiner Outdoorküche fast 500 g eingespart und auf meiner letzten Tour habe ich gemerkt: Da ist noch Luft!

9. Es gibt nicht „Nur für den Fall…“

Bestimmt hat sich jeder schon einmal bei folgendem Gedanken erwischt: „Ich nehme das mal mit für den Fall der Fälle“. Das ist Schwachsinn! So lange man keinen wirklich guten Grund hat etwas mitzunehmen sollte man es gleich zu Hause lassen. Ein Beispiel hierfür ist das zweite Taschenmesser oder die zweite Taschenlampe neben der Stirnlampe…

10. Freunde reduzieren das Rucksackgewicht – kostenlos!

Absolut kostenlos und trotzdem extrem wirkungsvoll. Such Dir einen Trekkinpartner und teile mit ihm Deine Last. 😉 Viele Dinge braucht Ihr nur einmal. Kocher, Topf und Zelt – damit hast Du das Gewicht von zwei der vier schwersten Ausrüstungsgegenstände halbiert (siehe Punkt 8).

Fazit

Logischer Zusammenhang zwischen Spass und Rucksackgewicht
Logischer Zusammenhang zwischen Spaß und Rucksackgewicht

Viele der aufgeführten Punkte mögen Dir selbstverständlich erscheinen und das sind sie auch. Dennoch ist es gut wenn man sich nochmals vergegenwärtigt wie man systematisch sein Gepäckgewicht reduzieren und somit dem Spaß auf Tour vergrößern kann.

Übrigens steigert man mit jeden 700 g die man beim Grundgepäck einspart seine Reichweite um einen weiteren Tag. 700 g entsprechen nämlich ziemlich genau dem was man an Nahrung pro Person und Tag rechnen kann. Mehr dazu auch im Artikel „Nahrung auf Tour„.

Da auch meine Optimierung des Gepäcks eigentlich nie wirklich abgeschlossen sein wird, bin ich für jeden zusätzlichen Tipp sehr dankbar! Über einen entsprechenden Kommentar würde ich mir sehr freuen. 🙂

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