Reifenschleifen als Vorbereitung auf eine Wintertour und was man dafür braucht

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Seit einigen Jahren spukt ein Gedanke durch meinen Kopf: Eine Wintertour auf der Hardangervidda mit Tourenski und Pulka. Allerdings soll es keine klassische Durchquerung der Vidda werden, sondern alpine Skitouren mit einem Zelt als Basislager. Durch mein Reisemobil wäre es weiterhin möglich auf einer Tour gleich mehrere Startpunkte anzufahren. Die Idee dahinter ist, dass man immer 2-3 Tage an einem Ort, sprich Camp bleibt und dann Tagesskitouren auf den umliegenden Hängen unternimmt.

Diese Tourenidee mag zwar für alle „Hardcore-Alpin-Freeride-Mega-Ski-Cracks“ nicht sonderlich spannend klingen, ich scharre bei der Vorstellung an das gesamte „Tourenpaket“ aber ziemlich stark mit den Hufen. 😀

Anschließend kehrt man zum Bus zurück und fährt zum nächsten Startpunkt. Dort startet dann die nächste Runde mit der Pulka auf der Vidda. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass man sich so im Bus wieder aufwärmen kann.

Reisemobil, Ski- und das ganze Campinggeraffel habe ich ja bereits. Was fehlt noch? Richtig: Eine Pulka! Den Selbstbau stelle ich vor sobald er irgendwann mal fertig ist. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit der Vorbereitung auf eine Wintertour.

„Reifenschleifen“ als Vorbereitung

Eine bewährte Methode um das Ziehen einer Pulka zu trainieren ist das „Reifenschleifen“. Man zieht je nach gewünschtem Widerstad 1-2 oder auch mehr Autoreifen hinter sich her. Durch wechselnde Untergründe ändert sich immer wieder der Widerstand und auch das „Zerren“ der Reifen am Zuggeschirr soll das Verhalten der Pulka gut imitieren. Unglaublich ist auch wieviel Laub, Äste und Steine solche Reifen unterwegs einsammeln und meinen mitnehmen zu müssen. Dadurch wirken die Reifen bis hin zum Erdanker. 😀

Das komplette Zuggeschirr mit zwei Reifen zum „Schleifen“

Also gesagt getan! Bei einer Autowerkstatt zwei alte PKW Reifen besorgt, jeweils 3 Kettenglieder einer alten Absperrkette dran geschraubt und die Reifen mit einem alten Pillepallekarabiner verbunden.

Ein Reifen wird wiederum mit Reepschnur mit dem Zuggeschirr verbunden, mit dem ich auch später die Pulka ziehen werde. Den Abstand zwischen den Reifen und dem Reifenschleifer habe ich mit der Reepschnur auf etwa 2,5m eingestellt. Das habe ich irgendwo so im Internet als Empfehlung gelesen. 😉

Schwerter zu „Zugscharen“…

Ein Koppeltragegestell als Zuggeschirr. Quelle: tasmaniantiger.info

Als Zuggeschirr nutze ich einen so genannten „Warrior Belt“ von Tasmanian Tiger in klassischem Schwarz. Alle die noch bei der Bundeswehr ihre Zeit absitzen mussten werden so etwas unter dem Begriff Koppeltragegestell kennen. Der Warrior Belt ist quasi die Luxusausführung davon und rundum wunderbar gepolstert. Der Belt ist mit MOLLE-Schlaufen übersäht um allerlei Taschen daran befestigen zu können.

Ich verstehe gar nicht warum es so etwas praktisches nicht im zivilen Bereich gibt. Dort geht der Trend ja leider aktuell zu eher weniger Befestigungsmöglichkeiten am Rucksackäußeren.

Um die Koppel zum Zuggeschirr umzufunktionieren habe ich an zwei solchen Schlaufen seitlich der Hüfte Delta-Schraubglieder von Maillon Rapide befestigt in die ich dann wiederum Karabiner mit der Reepschnur einklinke. Da die MOLLE-Schlaufen immer zu dritt auf einem „Feld“ angebracht sind habe ich, um die Zuglast auch auf die benachbarten Felder zu übertragen, die Molle-Schlaufen mit stabiler Schnur miteinander verbunden. Das hat sich auf den ersten Trainingseinheiten bestens bewährt! Selbst wenn ich mich richtig nach vorne lehnen und mit Wanderstöcken ordentlich Druck machen muss knarzt und knackt nichts.

Da ich plane die Pulka ohne Rucksack zu ziehen werde ich an den restlichen MOLLE-Schlaufen zusätzliche Taschen für Trinkflasche, GPS, Karte und Snack zwischendurch befestigen. Bei Tasmanian Tiger findet man auch ein unüberschaubares Angebot an kleinen Täschle. Da sollte jeder etwas passendes für sich finden. Ein Bild reiche ich nach sobald das Geschirr komplett ist. 😉

Übrigens ist Tasmanian Tiger Teil von Tatonka und vertreibt unter dieser Marke Ausrüstung für Behörden und Militär, das durch seine Robustheit und Flexibilität aber auch bei zivilen Anwendern sehr beliebt ist. Jeder der Tatonka kennt weiß, dass deren Produkte zwar nicht zu den leichtesten zählen jedoch sehr robust sind. Gleiches gilt auch für die Behördenlinie unter dem Namen Tasmanian Tiger.

Die ersten Tests im Pfälzerwald waren bereits sehr erfolgreich. Zu Beginn hatte ich schon die Befürchtung es würde nicht wirklich anstrengend werden… Naja,… nach den ersten 10km war ich heilfroh wieder am Auto zu sein. 😉

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