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Iron Curtain Trail: Entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze

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Logo_Radtour_Eiserner_VorhangObwohl ich die Wende nicht bewusst mitbekommen habe, bzw. mich nicht mehr daran erinnern kann, bin ich mir dennoch bewusst, dass Deutschland spätestens mit der Errichtung der Berliner Mauer 1961 durch den Eisernen Vorhang für Jahrzehnte unüberwindbar getrennt war. Die 1400 km lange innerdeutschen Grenze trennte die beiden großen Machtblöcke in den Warschauer Pakt im Osten und die NATO im Westen. Dabei zählte die Deutsche Demokratische Republik (DDR) zu den Ostmächten und die Bundesrepublik Deutschland (BRD) hingegen zu den Westmächten.

Mit der Deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 und der Auflösung der Sowjetunion endete nicht nur die Teilung von Deutschland, sondern auch der Kalte Krieg, der seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Weltbevölkerung mit einem alles vernichtenden Atomkrieg bedroht hat.

Mit den Jahren nach der Wiedervereinigung ist nicht nur bei vielen Bürgern das Bewusstsein dafür verschwunden, dass es nicht selbstverständlich ist in einem gemeinsamen Deutschland leben zu können, sondern auch die meisten Überbleibsel von der ehemaligen innerdeutschen Grenze.

Im Grunde kann ich sehr gut verstehen, dass man damals möglichst schnell alle Wachtürme und Zäune, von den Minen mal ganz zu schweigen, los sein wollte. Allerdings verschwindet mit jedem Wachturm der geschliffen wurde auch ein Mahnmal, dass an die Deutsche Teilung erinnert. So gibt es heute nach 1990 geborene Bürger, die sich der vergangenen Teilung Deutschlands nicht mehr bewusst sind. Es ist aber auch kein Wunder wenn ich mich an meinen eigenen Geschichtsunterricht in der Schule erinnere in dem jedes Schuljahr erneut bei den „alten Griechen“ begonnen wurde und man seltenst über die Weimarer Republik hinaus kam.

Daher finde ich es super, dass mit viel Engagement entlang der ehemaligen Grenze dennoch viele Museen und Infostätten entstanden sind.

Da die innerdeutsche Grenze damals militärisches Sperrgebiet und damit der Zutritt strengstens verboten war konnte sich entlang des 500 m breiten „Schutzstreifens“  die Natur über Jahrzehnte weitgehend ungestört entwickeln und wurde so zu einem Rückzugsort bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Bereits im Jahr 1989 entstand die Idee diesen Bereich unter Naturschutz zu stellen. Darauf entwickelte sich, forciert durch das Land Thüringen und den BUND, das Grüne Band Deutschland, das inzwischen Teil des Grünen Bands Europa ist, welches mit einer Länge von über 8500 km vom hohen Norden Finnlands bis zum schwarzen Meer führt.

Dieses Jahr jährt sich der Mauerfall zum 25. Mal. Für mich ein Grund endlich die ehemalige innerdeutsche Grenze zu entdecken bevor alle Zeitzeugnisse vom Erdboden verschluckt wurden.

Am 10. August werde ich am Ende meiner letzten Radreise in Travemünde anknüpfen und auf dem Radfernweg „Iron Curtain Trail“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze bis zum Dreiländereck in Hof fahren. Für die vor mir liegenden 1200 km habe ich drei Wochen Zeit. Ein genauer Etappenplan existiert nicht. Lediglich ein GPS-Track des Radfernweges und ein Landkarte mit den Grenzen der Bundesländer dient der Tourdurchführung. Jedoch werde ich versuchen auf Tour auch das ein oder andere Museum zu besuchen.

Sollte mich jemand abschnittsweise begleiten wollen bitte ich um einen kurzen Kommentar hier im Blog. Dann können wir gerne einen Treffpunkt ausmachen. Ich würde mich sehr freuen wenn man ein Stückchen Deutsche Geschichte gemeinsam „erfahren“ könnte! 🙂

Quellenhinweis: Das Artikelbild basiert auf der Fotografie von Alexander Buschorn.

  1. […] habe das Radtourenbuch auf meiner Tour entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze sehr gut verwenden können. Dabei war das Buch immer mit dem aktuellen Kartenblatt auf meine […]

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