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#bike2work: Da geht doch noch was?

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Seit ich im Herbst 2016 begonnen habe mehr oder weniger regelmäßig mit meinem Reiserad zur Arbeit zu pendeln, habe ich dabei knappe 15.000 km zurückgelegt. Zu Beginn ließ ich ein bis zwei Mal pro Woche das Auto stehen und bin auf das Rad gestiegen. Inzwischen sind es zwei bis drei Mal die Woche. Dabei nehme ich, anders als am Anfang, keine Rücksicht mehr auf das Wetter. Wenn es regnet ziehe ich halt die Regenkombi an. Als jährliches Motivationsziel setze ich mir seit zwei Jahren 5.000 km pro Jahr mit dem Rad zu pendeln.

Oft nutze ich das Auto nur noch wenn ich abends einen Termin habe oder es mir einfach nicht gut geht. Das führt mich auch zu dem Punkt warum ich nicht vollständig auf das Auto verzichten kann. Das ist in erster Linie nicht die Entfernung von 35 km, die ich einfach bis ins Büro zurücklege. Es klingt vielleicht großkotzig, aber irgendwann fällt die Anstrengung gar nicht mehr so auf.

Problem: 276 Stunden auf dem Fahrrad!

Viel schwerer wiegt für mich die Zeit, die ich auf dem Rad sitze. Pro Fahrt brauche ich etwa 1:45h was sich dann in der Woche auf bis zu 10:30h auf dem Rad summiert. Letztes Jahr habe ich über 276 Stunden auf dem Fahrrad gesessen nur um zur Arbeit zu kommen! Das Pendeln auf einer solchen Distanz frisst einfach ungemein Zeit wenn man es mit den 30 Minuten vergleicht die ich mit dem Auto brauche.

Was bleibt also übrig wenn der Zeitaufwand das Haupthindernis ist noch öfters mit dem Fahrrad ins Büro zu pendeln? Eigentlich nur schneller zu fahren… 😀

Die Lösung: Ein #bike2work-Bike?

Ehrlich gesagt bin ich aber an einem Punkt an dem ich nicht stärker reintreten möchte, nur um 10 Minuten „heraus zu fahren“ und um dann abends scheintot in die Kiste zu fallen. Daher denke ich schon seit einigen Monaten über ein neues Fahrrad, speziell zum Pendeln zur Arbeit, nach. Eine Art Rennrad mit stabilen Laufrädern, moderater Sitzposition, Rennlenker, fester Lichtanlage, Schutzblechen und Gepäckträger. Manch einer mag das Gravelbike nennen, ich nenne es aber #bike2work-Bike, weil das Gravelbike dann doch ein bisschen anders ist. Ich habe dazu schon eine Art „Lastenheft“ geschrieben, das ich eventuell an anderer Stelle im Detail vorstellen werde.

Also muss ich mir erst einmal die Vorteile eines neuen Rades mit dem spitzen Bleistift errechnen, um dann auch guten Gewissens in eine eventuelle Beschaffung zu gehen.

Jetzt könnte ich natürlich einfach ein solches Rad aufbauen und damit losfahren, aber das wäre wohl zu einfach und im Grunde ist es ja auch unnötig, da das Pendeln mit meinem völlig intakten Reiserad wunderbar funktioniert. Also muss ich mir erst einmal die Vorteile eines neuen Rades mit dem spitzen Bleistift errechnen, um dann auch guten Gewissens in eine eventuelle Beschaffung zu gehen.

Meine Erwartungshaltung ist, dass ich durch ein neues Fahrrad bei gleichem Fitnesstand und Energieeinsatz gute 30 Minuten pro Tag einsparen kann. Ganz einfach weil ein Rennrad besser rollt und eine gut gewartete Kettenschaltung dann doch weniger Reibungsverluste hat. Den Hauptgewinn erwarte ich mir jedoch von der Sitzposition. Ich fahre auf meiner Pendelstrecke große Teile zwischen Ortschaften, die nicht windgeschützt sind. Gerade hier hoffe ich auf einiges an Zeitgewinn, wenn ich in eine moderate Unterlenkerposition wechseln kann.

Da man bei einem solchen Fahrrad von guten drei bis vier Monaten Lieferzeit ausgehen kann und ich das Rad erst nach dem Winter nutzen wollte, bleibt also genug Zeit um sich das Thema ein bisschen genauer anzusehen.

1. Die aktuelle Strecke und Profil im Detail untersuchen…

Wie groß ist der Anteil von Stadt, Überlandstrecke und kleineren Ortschaften an der Gesamtstrecke und -fahrzeit? Ist der Anteil an Überlandstrecken zwischen den Ortschaften wirklich so dominierend in der Fahrzeit? Dazu werde ich die Fahrstrecke mehrfach an repräsentativen Tagen mit GPS vermessen und die Zwischenzeiten ermitteln.

2. Den Unterschied zwischen dem Reiserad und dem projektierten #bike2work-Rad quantitativ bestimmen…

Wieviel Watt spare ich durch Rennradreifen, Kettenschaltung, geringere Masse und Unterlenkerhaltung? Dies wird der kniffeligste und mit am meisten Unsicherheiten behaftete Punkt der ganzen Untersuchung sein. Erst werde ich die einzelnen reibungsbehafteten Komponenten an einem Fahrrad betrachten und aufgrund von Literaturangaben die Unterschiede in Hinsicht auf die Reibungsverluste festhalten. Anschließend fahre ich das irgendwie alles zusammen… aber ehrlich gesagt weiß ich aktuell noch nicht genau wie und wo das hinführt… 😉

3. Die Folgen auf meine Pendelstrecke abschätzen…

Wie groß wäre, unter den in Punkt 2 getroffenen Annahmen, bei gleicher Leistungsabgabe die Fahrzeit mit dem projektierten #bike2work-Rad auf meiner Pendelstrecke? Die Berechnungen dazu mache ich mit dem Leistungsrechner auf kreuzotter.de.

Tja, und dann bleibt nur noch die Entscheidung für oder wider ein neues Rad zu fällen… 😉 Ich werde in den kommenden Artikel einzeln auf die zuvor beschriebenen Punkte eingehen. Ich bin gespannt was dabei heraus kommt.

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