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NORWID Gorm – da is das Ding!

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Da war doch was im Dezember 2018,… Richtig! Ich habe bei Hr. Pallesen von NORWID im kleinen beschaulichen Neuendorf bei Elmshorn ein Gorm mit Wunschgeometrie bestellt. Das Gorm ist ein Stahlhardtail für 29″ Laufräder das grundsätzlich nach Kundenwunsch auf den Einsatzzweck dimensioniert wird. Eine Beschreibung wie die Geometrie entstanden ist findest Du übrigens hier.

Bei Bestellung wurde mir eine Lieferzeit von 3 Monaten mitgeteilt. Genug Zeit also um alle Anbauteile für das neue Radel möglichst günstig zusammen zu bestellen. Ich hätte mich nämlich für einen Selbstaufbau entschieden, da ich erstens dazu notwendiges (Spezial-)Werkzeug in den vergangenen Jahren zusammen getragen habe, als auch zweitens, dass ich so noch den ein oder anderen nicht unerheblichen Euro sparen konnte.

Okay, zurück zum eigentlichen Rahmen. Ende Januar 2019 kam dann eine E-Mail von Hr. Pallesen mit der Bitte um Übersendung der Sattelstütze und später auch der Kurbel & Umwerfer. Er wollte das Novum für NORWID, die im Sattelrohr integriert verlegte Ansteuerung der Variosattelstütze (RockShox Reverb Stealth) gerne bereits im Rohbau prüfen. Gesagt getan. In diesem Zusammenhang habe ich dann auch erste Bilder vom Rahmenrohbau erhalten. Innenverlegte Züge und Leitungen im Unterrohr sind für NORWID übrigens Alltagsgeschäft,…

Überhaupt muss ich sagen, dass die Kommunikation mit NORWID wirklich beispielhaft war und ich gehöre mit meinen Wünschen und Vorstellungen sicherlich nicht zu den einfachsten Kunden. Antworten auf E-Mails kamen immer sehr zeitnah und auch im Laufe des Aufbaus und nachdem der Rahmen bereits bezahlt war hat sich NORWID bemüht.

Nach 11 Wochen schlug dann, nachdem bereits im Januar der handeingespeichte Laufradsatz geliefert wurde, das Paket mit dem Rahmen bei mir auf. Wunderbar und sogar etwas vor dem Zeitplan. Das ist man als Bürohengst in der Industrie nicht gewohnt,… 😀

Leider hatte mich dann just zu dem Eintreffen des Rahmens die Grippewelle erfasst und so kam ich vorerst über das Auspacken des Rahmens und Einspannen in den Montageständer nicht hinaus.

Ein erster Überblick über den Rahmen

Die erste Inaugenscheinnahme des Rahmens lies keine Kritik zu. Besonders auf die Bremssattelaufnahme am Hinterrad war ich gespannt. Ich hatte die Ausfallenden zwar bereits bei meinem Vororttermin im Dezember in der Hand, aber irgendwas war da strange… dazu aber gleich mehr.

Alle Übergänge zwischen den Rohren sind gleichmäßig und ohne irgendwelche Wülste, ganz anders als man das von geschweißten Rahmen gewöhnt ist. Grund ist, dass der Rahmen auftragsgelötet ist. Hierbei werden die Rohre nicht mit gelöteten Muffen oder durch Schweißen verbunden sondern mit einem dickflüssigeren Silberlot großflächig verbunden und der Übergang „ausmodelliert“. Anschließend werden die Übergänge handschmeichelnd verschliffen. Wie das in der Fertigung aussieht kann man sehr gut im Video am Ende meines ersten Blogartikels über das Gorm betrachten. Sowieso ist das Video extrem sehenswert! 😀

Die mehrlagige Pulverbeschichtung des Rahmens ist makellos und auch im Bereich der nachbearbeiteten Passflächen für angeschraubten und eingepressten Teile wie Ausfallenden und Steuersatz einwandfrei. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Handwerk und Massenproduktion.

Das Ding mit der Hinterradbremse: Flatmount

Ja, und dann diese Hinterradbremse,… ich hatte bereits günstig ein 2er-Set Magura MT5, klassisch mit Postmountaufnahme, geordert und zu Hause liegen. Ein Adapter für das Hinterrad hatte ich jedoch noch nicht bestellt, da ich ja schon damals dachte „hää,… die Bremssattelaufnahme sieht aber komisch aus, aber das wird schon passen“. Tja,… hätte ich lieber mal gleich gefragt! Flatmount heißt das Zauberwort und wurde für scheibengebremste Rennräder und Crosser entwickelt um einen schlanken Anbau von Bremssätteln mit kleinen Scheiben zu ermöglichen (der Standard ohne Adapter lässt die Montage mit 140 mm Scheiben zu).

Es gibt zwar Adapter von Flatmount auf Postmount und ich habe davon auch einige im Zuge des Aufbaus ausprobiert. Joa,… ihr könnt es euch denken, alles Kacke,… also zack, eine MT5 im Internet inseriert und eine MT4 mit Flatmountstandard und Adapter für eine 160er Scheibe bestellt. Diese kostet leider fast so viel wie damals das Set der zwei MT5.

Magura MT4 mit Flatmount-Standard und Adapter für 160mm Scheibe
Magura MT4 mit Flatmount-Standard und Adapter für 160mm Scheibe

Nun kann man sicherlich denken „was soll der Mist mit dem Flatmount an so einem Rad?“, aber genau,… es ist ja kein Freeridehobel sondern ein bequemes Tourenradel. Der Rahmen dient auch als Grundlage für Marathonbikes! Also ist im Grunde Flatmount am Hinterrad, was wohl auch gerade in diesem Rahmensegment immer mehr auf dem Vormarsch ist in Verbindung mit einer 2-Kolbenbremse voll okay. Gebremst wird eh mit Schwerpunkt auf dem Vorderrad und denen, die das noch nicht verstanden haben sollten entweder abnehmen oder einfach ein bisschen langsamer machen. (Okay, das war böse). 😀

Aufbau des Rades

Der Aufbau des Rades ging nach meiner Genesung sehr schnell voran. Ich hatte ja auch im Vorfeld einige Wochen Zeit das Meiste der Anbauteile zusammenzutragen. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon sehr gespannt ob alles am Rahmen so passt wie gedacht.

Das NORWID Gorm im Komplettaufbau
Das NORWID Gorm im Komplettaufbau

Tja und was soll ich sagen? Ja, es hat fast alles gepasst wie es sollte. Das Verlegen der Ansteuerung der Variostütze hat minimale Nacharbeit erfordert was für mich aber sehr gut selbst zu bewerkstelligen war.

Übergang der Ansteuerung der Variostütze Sattelrohr/Unterrohr
Übergang der Ansteuerung der Variostütze Sattelrohr/Unterrohr

Einzige Wermutstropfen der bleibt ist die Ansteuerung des Umwerfers. Hierzu wurde auf der Rückseite des Sitzrohres ein Endanschlag für die Außenhülle des Schaltzuges angebracht. Im Grunde auch wunderbar wenn bei dem aktuellen Shimano XT Umwerfer in TopPull Ausführung dieser Anschlag nicht schon am Umwerfer vorgesehen wäre. Abhilfe wird eine Leitungsführung, die an den Endanschlag geschraubt werden kann, schaffen.

Teile, Teile, Teile…

Jedem der sich für die Teile interessiert kann ich noch eine absolute Neuheit meines Blogs ans Herz legen: Ein Video das ich spontan auf der ersten Tour mit dem Rad gedreht habe! 😀

Was nun noch aussteht ist natürlich das abschließende Fazit ob sich die in die Geometrie gesetzten Erwartungen auch erfüllen konnten. Aber das werde ich bei Gelegenheit in einen eigenen Artikel packen. 🙂

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