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Auf des Königs Pfad: Der Kungsleden

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Nachdem ich in den vergangenen Jahren, mit dem Laugavegur auf Island und der Hardangervidda in Norwegen, bereits zwei große Ziele in Skandinavien entdecken konnte steht dieses Jahr mit Lappland Schweden ganz oben auf der Wunschliste. Gesagt getan, die Flüge und Zugfahrten sind bereits gebucht. Nun fehlt nur noch Euch das Reiseziel vorzustellen, den Kungsleden. Vielleicht kann ich so auch den ein oder anderen von Euch für den Norden Europas begeistern. 🙂

Kungsleden (schwed. für der Königspfad)

Kungsleden_3Der Kungsleden (schwedisch für Königspfad) ist ein Fernwanderweg, der sich in einen Nord- und Südteil gliedert. Der nördliche Kungsleden verläuft über 440 km von Abisko bis nach Hemavan. Der südliche Abschnitt ist 350 km lang, beginnt in Storlien und endet in Sälen. Aktuell besteht keine Verbindung zwischen beiden Teilen.

Der gesamte Kungsleden führt durch das schwedische Fjäll, einer meist baumfreien Hochlandfläche im Norden Europas. Dabei begrenzt sich das Fjäll aber nicht ausschließlich auf Schweden, sondern ist, wie übrigens auch die historische Region Lappland, nicht an Landesgrenzen gebunden. Das Fjäll zieht sich vielmehr als Band über Nordnorwegen, Nordschweden und Nord Finnland. Diese Region wird auch Fennoskandinavien genannt. Darüber hinaus findet man auch auf Island Fjällregionen.

Ökoregion Fjäll

Kungsleden_1Vereinfacht gesagt stellt das Fjäll die Landschaftsform da, die wir uns als Deutsche vorstellen wenn wir an Schweden denken. 😉 Wie auch die Hardangervidda in Norwegen ist das Fjäll durch ein welliges, hügeliges Geländeprofil geprägt. Dies resultiert aus den Gletscherbewegungen in der letzten Eiszeit, die die Erdoberfläche geformt und geglättet haben. Kurze Wachstumsphasen im Sommer und lange harte Winter halten den Bewuchs des Fjälls niedrig. Allerdings ist Flora und Fauna zwar unscheinbar, aber perfekt an die Bedingungen angepasst und beim näheren Hinsehen sehr reichhaltig,

Anders als in den Alpen befindet sich die Baumgrenze im Fjäll im Bereich 500-900m ü. NN. Bereits ab 1200 m ü. NN. kann die hochalpine Zone beginnen, was sich durch schnelle Wetterumschwünge, starke Temperaturschwankungen und  sturmartige Winde zeigt. Aus diesen Gründen zählen Touren im Fjäll zu der anspruchsvolleren Sorte und bedürfen einer genauen Tour- und Ausrüstungsplanung. Durch die vergleichsweise hohe Hüttendichte auf dem Kungsleden ist dieser Weg jedoch auch für weniger erfahrene Trekker ohne Führer zu Kungsleden_2machen. Vor allem in der Hauptsaison im Juli und August ist der Weg stark begangen und so findet sich im Notfall mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Ansprechpartner. Allerdings sollte man auf keinen Fall unbedacht an die Sache herangehen!

Am beliebtesten bei Wanderern ist der nördlichste Teil des Kungsleden ab Abisko. Neben der einfachen Erreichbarkeit über Abisko mit der Eisenbahn oder Kiruna mit dem Flugzeug ist dies ist nicht zuletzt dem Kebnekaise, dem höchsten Berg Schwedens, geschuldet. Mit einer Höhe von 2104 m dominiert er der die gesamte Region, wodurch dieser Bereich doch einiges der bereits angenehm beschriebenen Welligkeit einbüßt. 😉

Meine Lapplandpläne 2015

Kungsleden_4Meine diesjährige Tour werde ich jedoch etwas weiter im Süden starten. Der Bereich zwischen den Ortschaften Kvikkjokk und Ammarnäs gelten, aufgrund der niedrigeren Hüttendichte, als nicht so beliebter Teil des nördlichen Kungsleden unter Wanderern, da man auf diesem Abschnitt großteils auf ein Zelt angewiesen ist. Dies führt dazu, dass man laut meinem Reiseführer, auf deutlich weniger Wanderer trifft, ohne dass dieser Abschnitt etwas von seinen Natureindrücken einbüßt. Man hat die Natur einfach nur mehr für sich alleine. 😉 Also,… lieber ein paar mehr Kilos im Rucksack für Zelt und Proviant schleppen und dafür das Fjäll für sich haben. 😀

Für die 182 km (davon aber um die 26 km Bootstransport) plane ich 10-12 Tage. Das macht im Schnitt lediglich 13 km pro Tag, so dass auch der ein oder andere Ruhetag oder sehr kurze Etappe möglich sein sollte. Wie auch bei der Überquerung der Hardangervidda werde ich danach hier wieder über meine Erfahrungen und Eindrücken berichten.

Literatur und Karten:

Michael Hennemann – Schweden: Kungsleden, Conrad Stein Verlag, 12,90 EUR
Fjällkartan BD 14 Kvikkjokk – Jäkkvik, Lantmäteriet, 15,95 EUR
Fjällkartan BD 16 Vuoggatjålme – Ammarnäs, Lantmäteriet, 15,95 EUR

Bildquelle: https://da.wikipedia.org

2 Responses

  1. Thomas
    | Antworten

    Hey Nico!

    Bin schon auf Fotos und deinen Bericht gespannt. Der Kungsleden interessiert mich auch. Allerdings befürchte ich, dass egal welcher Abschnitt viel zu viele Leute unterwegs sind.
    Auf dem Arctic Circle Trail 2012 traf ich gerade mal 9 Leute. Aber hoffentlich bleiben dir Moskitohorden wie in Grönland erspart.

    Viele Grüße

    Thomas

    • nico
      | Antworten

      Hey Thomas!
      Da ich ja alleine unterwegs bin ist der ein oder andere Mitmensch vielleicht garnicht verkehrt. 😉
      Ich werde Mitte August bis einschließlich erste Septemberwoche unterwegs sein. Daher hoffe ich, dass die schlimmste Mückenplage bereits wieder vorbei ist. Dafür wirds eventuell ein bisschen kühler, aber das Fjäll soll ja gerade in der Zeit in allen Farben schillern. 🙂
      Grüße!

      nico

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