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Twizy, auf Tour mit einem Elektroauto

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Man liest ja so einiges in den Medien über Elektroautos und unsere Bundesregierung wollte auch einmal bis 2020 1.000.000 Elektroautos auf deutschen Straßen sehen. Sicherlich hat jeder eine Meinung zu diesen Autos, aber nur die wenigsten sind auch einmal eines gefahren. Daher war ich mit einem Arbeitskollegen nach Feierabend beim Renaulthändler und wir haben das erste in meinen Augen sinnvolle Elektroauto für den „Pendlervnaherkehr“ getestet, den Renault Twizy.

Twizy, stromender Zweisitzer von Renault

Die Fakten: 600 kg Gesamtmasse, davon 100 kg Akku, 84 km/h Spitze, max 100 km Reichweite, 6 kWh Akku-Kapazität und zwei Sitzplätze. Im Grunde sollten diese Eckwerte den meisten Arbeitnehmern ein Pendeln zum Arbeitsplatz ermöglichen. Auf dem Rückweg ist dank Packtasche für den Rücksitz auch der kleine Wocheneinkauf erledigt. So, nun aber zu meinen persönlichen Eindrücken: Im ersten Moment erscheint der Twizy sehr klein in der Ausstellungshalle. Jedoch ist er für seine Größe im Innenraum überraschend geräumig. Die Fahrgastzelle besteht aus einem Rohrrahmen der von Renault Motorsport entwickelt wurde. Daher ist der Twizy auch überraschend stabil im Crashverhalten. Jeder Kubikzentimeter Luft wird genutzt und mit den Insassen vollgestopft. So konnte ich mit meinen 1,89 m vorne und hinten Platz nehmen, ohne das meine Beine anstoßen. Nachdem wir eine kurze Einweisung in das Fahrzeug erhalten haben ging es los. Der Twizy fährt sich nahezu wie ein Automatikauto mit Verbrennermotor. Außergewöhnlich ist allerdings das sehr geringe Fahrgeräusch und das vom ersten Moment voll anliegende Drehmoment. Die ungewohnt leisen Fahrgeräuschen führen dann auch schnell dazu, dass man in der Stadt zu schnell unterwegs ist. Dank fehlender Kupplung fällt es an der Ampel nicht schwer anderen Fahrzeugen die Heckscheinwerfer zu zeigen. 😉 Nachdem wir den Stadtverkehr hinter uns gelassen haben ging es auf der Landstraße zum nächsten Ort. Nach Erreichen  der Höchstgeschwindigkeit von 84 km/h regelt der Motor elektronisch ab. Dennoch konnten wir anständig mit dem übrigen Verkehr „mitschwimmen“. Achtet bei Eurem Weg zur Arbeit mal darauf wieviele der Wegstrecke nicht auf 70 km/h beschränkt ist. Ihr werdet überrascht sein! Durch das straffe Fahrwerk und den tiefen Schwerpunkt durch den zentral liegenden Akku fährt sich der Twizy ungewöhnlich sportlich. Für mich war das Fahren des Twizy auf jeden Fall ein absoluter Spass und konnte auch so mit einigen Vorurteilen aufräumen. Für mich ist der Twizy das ideale Zweitfahrzeug für den Weg zur Arbeit, sofern man dabei nicht große Strecken auf der Autobahn zurücklegen muss. Ich kann nur jedem Empfehlen den Twizy mal selbst Probe zu fahren um sich ein eigenes Urteil über aktuelle Elektroautos bilden zu können. Nun wird es nur noch Zeit, dass deutsche Hersteller endlich nachziehen!

  1. nico
    | Antworten

    Als Ergänzung hier der Link zu einem Video der die Fertigung des Twizy zeigt:
    http://www.youtube.com/watch?v=JyPoVUXUtEs

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