Mein Reisemobil – Der Fußboden

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In den vergangenen Wochen habe ich mich mit dem Fußboden des Wohnbereichs meines Camperausbaus beschäftigt. Da bei meinem Bus die Bodenplatte zweigeteilt ist, habe ich die Möglichkeit nur die vordere Platte, die den kompletten Wohnbereich abdeckt, durch etwas Schickeres zu ersetzen. Die hintere Platte verschwindet komplett unter der Sitzbank und dem Bett so dass ich dort aus Kostengründen den ursprünglichen Transporterboden lassen werde.

Weiterhin habe ich mich entschlossen, in diesem Arbeitsschritt den Fußboden zu isolieren. Ursprünglich wollte ich das nicht umsetzen, da ich einen zusätzlichen Aufbau des Fußbodens befürchtet habe, der die für mich ohnehin schon niedrige Deckenhöhe weiter herabgesetzt hätte. Nach einigem Hin- und Her bin ich nun zu einem recht einfachen Aufbau gelangt, von dem auch bereits bei Selbstausbauern im tx-board.de berichtet wird. Überhaupt ist das Forum sehr für T5-Fahrer zu empfehlen. 😉

Klick-Vinyl oder doch PVC?

Nach den ursprünglichen Plänen im Wohnbereich Klick-Vinyl auf einer Trägerplatte zu verlegen bin ich nun doch zu herkömmlichen PVC gewechselt. Diesen gibt es in einer „harten“ Ausführung mit sehr dicker Nutzschicht. So werden kleinere Beschädigungen nicht sofort sichtbar auf der Oberfläche. Man kennt diesen Belag beispielsweise aus dem Krankenhaus.

Die Wahl fällt auf hartes „Krankenhaus-PVC“!

Nachteil dieses Bodenbelags ist, dass es keine geprägten Oberflächenmuster gibt. Dafür ist er jedoch nahezu unverwüstlich und anders als „weiches“ CV-PVC und Klick-Vinyl auch sehr unempfindlich gegenüber Steinchen die sich durch die Schuhsohlen in die Oberfläche drücken. Angenehmer Nebeneffekt von PVC ist, dass es ihn Rollen von 2m Breite gibt, so dass ich den Boden komplett fugenfrei verlegen kann.

Bei einem Fußbodenverleger habe ich mir ein hellgraues PVC, passend zum Dachhimmel herausgesucht. Wie auch der geplante hellgraue Dachhimmel soll dadurch der „Höhlencharakter“ des Busses ein bisschen entkräftet werden. 😉

Isolation des Fußbodens

Der Aufbau der Isolation ist recht simpel. Der PVC-Bodenbelag ist auf einer Trägerplatte aufgeklebt. Zum Ausgleich der im Bodenblech befindlichen Sicken werden Distanzleisten auf die Unterseite der Trägerplatte geklebt. Der Lack des Bodenblechs wird durch aufgeklebte Filzreste geschont. In die Hohlräume zwischen den Distanzleisten wird 10mm dickes Armaflex eingepasst. Das Armaflex wird nur für die Montage der Bodenplatte im Fahrzeug punktuell mit doppelseitigem Klebeband fixiert und im eingebauten Zustand durch die Platte nieder gehalten. Dabei sollte sich das Armaflex in alle Hohlräume pressen. Hoffentlich hat sich damit auch das Thema Kondenswasser zwischen der Bodenplatte und dem Bodenblech erledigt. Neben der geringeren Wärmeabfuhr durch die Bodenplatte sollte sich so auch eine hervorragende Trittschalldämmung einstellen, da die Platte an keiner Stelle hohl liegt.

Aufbau des Camperbodens

Herstellen der Trägerplatte

Als Trägerplatte habe ich eine 9mm Multiplexplatte gewählt. Die Platte ist wasserfest verleimt (BFU100). Es war gar nicht so einfach eine Platte in ausreichend großem Maß zu finden, haben Baumärkte ausschließlich Platten mit einer maximalen Breite von 1,25m. Bei einem Fachhändler für Holz habe ich immerhin eine Platte mit einer Breite von 1,5m gefunden. Laut seiner Aussage ist alles darüber Sonderanfertigung und daher auch nicht zu bezahlen. Eine Breite von 1,5m entspricht ziemlich genau der Breite des Busbodens auf Höhe der Seitentür. In den Bereichen in denen die Bodenplatte nochmals etwas breiter wird werde ich also mit Holzdübeln ein kleines Stück ansetzen müssen.

Die vorhandene Bodenplatte dient als Schablone für die neue Trägerplatte. Abgeändert wurden lediglich Details, wie die wegfallenden Zurrösen im Wohnbereich, die Aussparungen für die entfernte Ladebordwand und weitere Distanzleisten auf der Unterseite. Die Plattenstärke von 9mm in Verbindung mit 3mm PVC Belag ergibt ein annähernd identisches Maß zu der hinteren Platte. So ist ein schöner Übergang mit einer Aluleiste möglich.

Zum Ansetzen der fehlenden Stücke habe ich 6mm Holzdübel verwendet. Zuvor habe ich die Fügekanten mit der Tauchsäge und Führungsschiene diagonal angeschnitten und die Kanten nicht (!) mit Schleifpapier gebrochen. Ich denke bessere Fügekanten kann man als Heimwerker schwerlich erzeugen.

Die Platte ist bereit für den PVC-Belag. Gut zu erkennen ist das angesetzte Holzstück an der linken Plattenseite.

Aufkleben des PVC

Nachdem ich die Trägerplatte fertiggestellt habe, hat mir der besagte Fußbodenleger das PVC professionell aufgeklebt und festgerollt. Für den aufgerufenen Preis hätte ich das fast nicht selbst, geschweige denn so fachmännisch machen können. Anschließend werden die Distanzleisten mit Filz beklebt. Im nächsten Arbeitsschritt wird die Isolation eingepasst, punktuell fixiert und die Platte wieder in das Fahrzeug gelegt und verschraubt.

Vorher habe ich mit etwas Hohlraumwachs das Bodenblech gegen Korrosion geschützt. Mit einer Aluleiste wird ein schöner Übergang zwischen beiden Platten hergestellt. Das Ergebnis…

Vordere und hintere Bodenplatte im eingebauten Zustand. Die hintere Platte wird durch den Grundrahmen des Betts niedergehalten.

Fazit

Eigentlich bin ich mit dem Ergebnis ganz zu frieden. Allerdings war der Arbeitsaufwand doch größer als zu Beginn gedacht. Beim nächsten Bus muss ich mir ernsthaft die Frage stellen ob ich nicht eine fertige Bodenplatte aus dem Zubehör kaufen soll… 😉

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