Mein Reisemobil – Das Isolieren beginnt

Im Vorfeld hatte ich bereits die Garage aufgeräumt und die „Ausbauwerkstatt“ eingerichtet. Auch das erste Material ist auf dem Postweg eingetroffen und letzte Woche war es dann endlich so weit. Ich habe meinen Bus bei der Werkstatt abholen können. Dort wurden bereits die zwei Seitz S4 Ausstellfester sowie die Drehkonsole unter dem Beifahrersitz montiert. Darüber hinaus wurde eine 3er Sitzbank in der 3. Sitzreihe nachgerüstet.

Nachdem ich mich erst einmal an meinem Bulli satt gesehen hatte, habe ich mit dem ersten Ausbauabschnitt begonnen: Der Isolation. Hierbei unterscheide ich zwischen einer akustischen Dämmung und einer thermischen Isolation.

Akustische Dämmung

Nach dem vorsichtigen Entfernen der Innenverkleidung im Laderaum (ich möchte sie später wieder benutzen) wurde der Bus erst einmal innen begutachtet und gereinigt. Danach wurde die Blechkarosse mit Silikonentferner und Bremsenreiniger entfettet und großflächig selbstklebende 2mm dicke Alubutylmatten mit Hilfe einer Andrückrolle aufgeklebt.

Die Alubutylmatten dienen der akustischen Dämmung. Vereinfacht gesagt sollte das Blech durch das zusätzliche Gewicht der Matten weniger „scheppern“ wie man es im Extremfall von Stereoanlagen in tiefer gelegten 3er Golfs kennt. 😉 Beim deutlich aufwändiger ausgestatteten Multivan ist diese Arbeit vermutlich schon weitestgehend getan, bei meinem Kastenwagen strahlt jedoch nach dem Entfernen der Verkleidung das blanke Blech.

Ab und an muss dann aber auch in der Werkstatt eine kreative Kaffeepause sein… 🙂

Die Matten lassen sich mit einer kräftigen Schere sehr gut zuschneiden. Dabei kann man sich an den aufgedruckten Waben orientieren. Die Kanten der aufklebten Patches habe ich immer abgerundet, da sich Aufkleber ja bekanntlich immer sehr gerne an den Ecken ablösen. Keine Ecken,… kein Ablösen… 😀

Beim Aufkleben der Matten habe ich besonders darauf geachtet, die großen nicht versteiften Blechflächen, in denen sich bspw. beim Multivan die Seitenscheiben befinden, zu dämmen. Darüber hinaus habe ich die Radkästen mit den Matten verkleidet, da diese den Ruf haben besonders gute Lärmquellen zu sein. Ein gutes Anzeichen ob sich eine Blechfläche zu dämmen lohnt ist, wenn man mit dem Finger dagegen klopft und es ordentlich scheppert. 😉 Der Test nach dem Aufkleben ist dann meist recht vielversprechend.

Gleichzeitig habe ich mit den Matten einen Abstand von etwa 3-5 cm zu den umliegenden aufgeschweißten Versteifungsrippen gehalten. Bei den Alubutyl-Matten gilt zwar das Motto „viel hilft viel“ und sicherlich wäre die schalldämmende Wirkung besser wenn ich die Matten bis zu den Kanten geklebt hätte, aber ich möchte gewährleisten, dass die im Nachfolgenden bis zu den Versteifungsrippen aufgeklebten Isolationsmatten an den Kanten gut haften und sich nicht aufgrund des Übergangs von  Butylmatte zu Karosserieblech mit der Zeit ablösen. Dadurch würden sich Spalte bilden in den sich Kondenswasser festsetzen und unbemerkt Roststellen bilden kann.

Auch das Dach habe ich gedämmt in der Hoffnung, dass man bei Regen im Businneren nicht den Eindruck hat in einer Blechtrommel zu sitzen. 😉

Als letzten Arbeitsschritt der akustischen Dämmung habe ich die Aluoberfläche der Matten erneut entfettet um einen guten Haftgrund für den nächsten Arbeitsgang zu erzielen.

Thermische Isolation

Der nächste Schritt war das Aufbringen der thermischen Isolation. Ich hoffe, dass sich dadurch der Bus im Sommer nicht so schnell aufheizt und im Winter nicht so schnell auskühlt. Das sollte auch den Dieselverbrauch durch die geplante Luftstandheizung drücken. 😉 Gerade auch beim geschlossenen Kastenwagen, bei dem keine Heizung im Fahrzeugheck vorgesehen ist, sehe ich die thermische Isolation als wichtig an, um das gesamte Fahrzeug auch während der Fahrt einigermaßen auf Temperatur zu bringen.

Zur Isolation habe ich Armaflex AF in 19mm Dicke verwendet. Armaflex AF ist „hochflexibles, geschlossenzelliges Dämmmaterial mit hohem Wasserdampf-Diffusionswiderstand, niedriger Wärmeleitfähigkeit und integriertem antimikrobiellem Schutz“. Soweit die Herstellerangabe. 😉 Da ich die selbstklebende Version verwendet habe, konnte ich mir das ganze Anrühren und Aufbringen von Kleber sparen. Sehr praktisch und hält bombenfest! 🙂

Beim Verkleben der Matten habe ich nach Möglichkeit darauf geachtet, dass die unvermeidlichen Stöße möglichst eng gepackt sind. Meine Hoffnung dabei ist, dass sich das unweigerlich entstehende Kondenswasser nicht gerade auch in den Stößen staut und dort unbemerkt anfängt zu gammeln.

Die Verarbeitung der Armaflex Matten ist sehr einfach. Ich habe die Mattenmaße grob vom Fahrzeugblech abgemessen und dann auf einer Schneidunterlage (Spanplatte auf Holzböcken) mit einem langen Cuttermesser zugeschnitten. Anschließend habe ich das Mattenstück (noch mit Trägerfolie) am Fahrzeug eingepasst. Daraufhin habe ich die Trägerfolie an einer Ecke abgelöst und das Mattenstück erneut positioniert und die besagte Ecke angedrückt. Zum flächigen Verkleben habe ich die Trägerfolie Stück für Stück unter der Matte herausgezogen und die Matte dabei immer wieder festgedrückt. Lediglich hinter Versteifungsrippen und in den Fahrzeugecken ist das eine ganz schöne Fummelei.

Angenehm ist, dass das Armaflex sich quasi selbst kaum „abdrückt“. D. h. man kann es sehr einfach und gleichmäßig um Rundungen kleben. Man beachte auf den Bildern auch wie deutlich man die Alubutyl-Flicken durch das Armaflex erkennen kann. Die Formtreue ist wirklich super!

Vorbereitungen für die Elektroinstallation

Bevor ich nach dem Isolieren die Wandverkleidungen wieder montiert habe, wurden noch geschlitzte Leerrohre gelegt und mit Kabelbindern befestigt. Insgesamt habe ich vier Leerrohre vom Fahrersitz ausgehend in der linken Fahrzeugseite bis auf Höhe des hinteren Radkastens verlegt. Dort wird die Elektroverteilung für den Wohnbereich sitzen. Dazu jedoch in einem späteren Artikel mehr.

Warum jedoch vier Leerrohre? Jeweils ein Leerrohr für 12V, Boxenkabel, Kabelbaum der Luftstandheizung und 230V. Hierbei ist vor allem darauf zu achten, dass 12V- und 230V-Leitungen aus Sicherheitsgründen in getrennten Kanälen verlegt werden müssen.

Ein weiteres Leerrohr habe ich vom rechten Radkasten in den Dachhimmel im hinteren Drittel des Wohnbereichs gelegt. In dieses Leerrohr werden die Kabel für die Leselampen des Schlafbereichs verlegt werden. Anschließend wurden die urprünglichen Trapo-Verkleidungen wieder montiert. Diese werden in einem späteren Arbeitspaket aufgehübscht werden. 🙂

Materialbedarf

Der Zeitbedarf für die beschriebenen Isolationsarbeiten betrug etwa 3 Tage.

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