Mein Reisemobil – Beziehen der Verkleidungen

Nachdem sich die bisherigen Arbeitsschritte hauptsächlich mit nicht sichtbaren Dingen an meinem Bus befasst haben könnte schon fast ein bisschen Frust aufkommen. Ich habe schon diverse Stunden Arbeit in den Bus gesteckt aber noch kein sichtbares Ergebnis erhalten. Oberflächlich betrachtet zumindest. Der Bus sieht nach wie vor aus wie ein Handwerkerlefahrzeug das nur für den Getränketransport vor der Weihnachtsfeier ausgeräumt wurde. 😉 Das soll sich nun aber ändern. Wohnlich soll es werden! 😀

Make or buy decision

Als nächstes stand das Überarbeiten der Verkleidungen des Kastenwagens auf dem Arbeitsplan (ja, habe ich wirklich!). Im Vorfeld hatte ich mich bereits auf dem Zubehörmarkt umgesehen um einen Überblick über mögliche Kauflösungen zu erhalten. „Make or buy decision“ nennt man sowas heutzutage auf Neudeutsch… :-p Schnell wurde jedoch klar, dass der Zubehörmarkt für ein bisschen bezogene Pappe unverschämte Preise aufruft. Zahlen bis 900 EUR schwebten im Raum. Inakzeptabel und irgendwie muss ich sowas doch selbst hinbekommen.

Make it!

Mein Plan war daher schnell gestrickt. Ich fertige aus einer dünnen 3mm MDF Platte die fehlenden Verkleidungen im hinteren Fahrzeugbereich an. Anschließend spachtele und schleife ich grobe Fehler an den vorhandenen Verkleidungsteilen um einen guten Haftgrund zu schaffen. Danach wird Nadelvlies aus dem Hifi-Bereich aufgeklebt. Der letzte Schritt ist das Ersetzen der bisherigen grauen Clips durch schwarze.

Selbstklebendes meliertes Nadelvlies aus dem Hifi-Bereich für die Seitenverkleidungen.

Nadelvlies vom Hersteller CHP aus dem Hifi-Bereich mag zwar nicht das hochwertigste Material sein, jedoch ist es günstig, in vielen Farben und Dicken erhältlich und zu guter Letzt auch  genau für solche Zwecke gedacht. Anhand eines Musterbogens habe ich die Farben ausgewählt. Ein dunkleres Anthrazit für die Seitenwände und ein helles Grau für die Deckenverkleidung.

Herstellen der Seitenverkleidung

Bevor ich jedoch den Schleifklotz schwingen und mit dem Sprühkleber Sauerei machen kann steht das Herstellen der fehlenden Seitenverkleidung an. Leider habe ich im Internet keine passende Schablone gefunden und kenne auch niemanden mit einem Kastenwagen mit langem Radstand bei dem ich die Originalverkleidungen abzeichnen könnte. Daher habe ich mittels aufgeklebten Packpapiers den Umriss der Verkleidung und die Bohrungen direkt am Fahrzeug nachgezeichnet.

Dieser Tipp aus dem Internet war wieder sehr wertvoll. Anschließend wird das Packpapier wieder vorsichtig vom Karosserieblech abgelöst und der Umriss auf die MDF-Platte übertragen.

Das Ergebnis mag zwar keine Erstausrüsterqualität erreichen, Ist jedoch für meine Zwecke voll ausreichend und gleichzeitig unschlagbar günstig (18 EUR Materialkosten!). Außerdem wird eine Seite sowieso von einem Schrank Großteils verdeckt. 😉

Zusätzlich habe ich noch gar zu abgelebte Verkleidungen mit 3mm MDF Platten ersetzt. Da ich die bestehenden Verkleidungen als Schablone nutzen könnte war das Anfertigen eine Frage von wenigen Minuten.

Aus diesen Bildern steht die Rückbank übrigens noch 40cm zu weit hinten weswegen der Bus nochmal in die Werkstatt musste. Dennoch bekommt man einen ersten Eindruck wie die Sitzgruppe im Wohnbereich aufgeteilt sein wird.

Beziehen der Verkleidungen

Nach dem Anpassen und testweise Montieren der Verkleidungen steht das eigentliche Beziehen der Verkleidungen aus. Das von mir für die Seitenteile gewählte anthrazite melierte Vlies ist sogar selbstklebend, weswegen diese Arbeit einfach von der Hand geht. Verkleidung nach Verkleidung wird demontiert, penibel gereinigt und sorgfältig entfettet. Grobe Beschädigungen und Unebenheiten hatte ich bereits im Vorfeld gespachtelt und mit dem Schleifklotz egalisiert. Nun wird das Vlies mit einem Überstand von ca. 2cm in Verkleidungsform zugeschnitten. Dabei beginne ich mit der kleinesten Verkleidung um ein bisschen Übung zu bekommen bevor ich die großen Verkleidungen vermurkse. 😉

Mit dem Nudelholz wird das Vlies nach dem Verkleben festgerollt

Anschließend ziehe ich die Trägerfolie des Vlieses an einer Seite ab und von dieser ausgehend lege ich die Verkleidung auf das Vlies. Anschließend wird der 2cm breite Überstand um die Verkleidung herum gezogen und auf der Rückseite angedrückt. Beim finalen Festdrücken des Vlieses leistet ein Nudelholz gute Dienste. Mit einem Teppichmesser mit neuer Klinge werden die Bohrungen für die Clips wieder freigelegt. C’est ça! 😀

Mit etwas Übung habe ich mich dann an immer größere Verkleidungsstücke getraut. Es folgten die Verkleidungen der Hecktüren…

Der Dachhimmel wird mittels Sprühkleber beklebt. Der Verbrauch ist recht beachtlich. Für beide Himmelteile benötige ich fast drei 400ml Pattex Sprühkleberdosen. Zuerst fertige ich noch geschwind die Ausschnitte für die Fahrzeugbeleuchtung an. Dazu in einem späteren Artikel mehr. Wie auch bei den Seitenverkleidungen folgt das Zuschneiten des Vlieses mit 2cm Überstand. Nach dem Einsprühen des Dachhimmels mit Sprühkleber wird das Vlies aufgelegt und mit dem Nudelholz „festgerollert“. Nach dem Trocknen werden die Bohrungen für die Clips und die Öffnungen für Innenraumbeleuchtung herausgearbeitet.

Das Ergebnis kann sich wie ich finde sehen lassen. 🙂

Der Dachhimmel,… hier ist auch schon der hintere Bettrahmen zu sehen, der inzwischen seinen Weg in den Bus gefunden hat.

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