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LVS-Park Feldberg

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Am vergangenen Samstag war ich mit der DAV Sektion Ludwigshafen im LVS-Park am Feldberg. Dort hatten wir ausgiebig die Möglichkeit die Verschüttetensuche mit einem LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät), einem sogenannten Pieps, zu trainieren. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie ging es auch gleich zur Sache und wir konnten in einem simulierten Lawinenunfall die Einfachverschüttung, Mehrfachverschüttung und Sondierung üben. Hierbei gilt es den oder im schlimmsten Fall die Verschütteten innerhalb von 12 Minuten zu finden und zu bergen, da nach dieser Zeitspanne die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Verschütteten sehr stark abnimmt. Neben der Suche war auch die richtige Grabtechnik in der Gruppe ein Ausbildungspunkt. Erschreckend war für mich zu erleben wie, trotz klarer Ansagen eines Gruppenleiters, die Gruppe planlos und unkoordiniert zu suchen anfängt. Hier heißt es wirklich üben, üben und nochmals üben! Im Ernstfall sollte man nicht groß überlegen müssen und aufgrund weniger Kommandos direkt loslegen können.
Neben dem Umgang mit dem LVS hatten wir die Möglichkeit eine Avalung zu testen. Dazu wurden wir einzeln mit angelegter Avalung etwa 1 Minute 20-30 cm in den Schnee eingegraben. Dabei konnte man hautnah erleben, dass man eine Verschüttung in einer Lawine unbedingt vermeiden sollte.

Auf das Vorgehen bei der Suche möchte ich an dieser Stelle nicht näher eingehen sondern lieber auf ein gutes Buch verweisen, das die Grundlagen der Lawinenkunde und auch die der LVS-Suche sehr gut beschreibt, den Powderguide (ca. 20 EUR). Diejenigen die Interesse an dem Buch haben sollten sich jedoch noch ein paar Tage gedulden da inzwischen eine 4. erweiterte Neuauflage erschienen ist, die Amazon wohl noch nicht führt. Diese beinhaltet nun auch die 10 Gefahrenmuster auf die man in den Winterbergen trifft.

Zurück zum LVS-Kurs: Nachdem Charlotte und ich ja bereits selbst eine LVS-Übung durchgeführt haben war es für mich sehr interessant zu sehen wie mein Pieps DSP auf die Mehrfachverschüttung reagiert und wie die „Ausblendefunktion“ des LVS funktioniert. Sobald das LVS eine Mehrfachverschüttung anzeigt ermöglicht die Ausblendefunktion das stärkste Signal zu unterdrücken. Hierdurch kann ein bereits durch Sondieren gefundener Verschütteter für die weitere Suche „ausgeblendet“ werden, was die weitere Suche erheblich vereinfacht. Allerdings merkt sich interessanterweise das Pieps DSP diese Ausblendung nicht, d.h. wenn man außer Reichweite und anschließend wieder in Reichweite des ausgeblendeten LVS kommt, wird das Signal wieder angezeigt. Ob dies mir nur so vorkommt oder tatsächlich so ist werde ich aber in den kommenden Wochen bei einer „Trockenübung“ noch mal prüfen. Das Mammut Barryvox scheint hier ein bisschen unempfindlicher zu sein.

Ich kann jedem Wintersportler, der sich abseits gesicherter Pisten bewegt, nur empfehlen einen solchen Kurs zu belegen. Dabei sollte jeder darauf achten auch mit dem LVS zu arbeiten das er auch im Felde nutzt, da sich die Bedienung von Hersteller zu Hersteller teilweise unterscheidet und es im Ernstfall auf Sekunden ankommt. Anschließend sollte man regelmäßig die Verschüttetensuche üben. Bei fast jedem Aufenthalt im Schnee bietet sich die Gelegenheit eine solche Übung, z.B. durch Vergraben eines LVS in einem Rucksack, durchzuführen. Hierbei lassen sich je nach Gruppengröße auch Wettkämpfe abhalten wer den Rucksack schneller orten und sondieren kann.

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