Iceland – Tag 5: Heute geht’s raus aus der Wüste!

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Basar_01Nach einer ruhigen Nacht auf dem doch sehr beengten Zeltplatz in Emstrur starteten wir gegen 08:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein in Richtung unseres nächsten Etappenziels Þórsmörk („Wald des Thor“). Unser Reiseführer versprach uns ein grün bewachsenes Tal. Dort sollten wir auch die ersten „Bäume“ Islands vorfinden.

Vorher galt es aber die 21 km und 450 HM durch Steine und Asche bis zum Zeltplatz in Básar zurück zu legen. Kurz nach dem Start überquerten wir, nach einer kurzen Kletterpartie, einen Canyon, der von dem reißenden Gletscherfluss Fremri Emstruá in die Landschaft gegraben wurde. Anschließend führte uns unser Weg wieder einmal über Basar_02ausgedehnte schwarze sandige Wüstenfelder.

Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung stiegen die Temperaturen bereits zu Tagesbeginn in Bereiche die man eher aus Südspanien gewöhnt ist. So mussten wir heute sehr aufpassen keinen ausgewachsenen Sonnenbrand verpasst zu bekommen.

Nach knappen 8 km legten wir an einem kleinen schattigen Bach eine erste Pause ein und gönnten unseren Füßen eine erfrischende Abkühlung. Nach der Überquerung der Uthólmar mussten wir einen kleinen Hügel erklimmen. Plötzlich trafen wir dort auf Basar_04unseren ersten „Island-Baum“ außerhalb Reykjaviks. Das Wort Baum mag für unsere mitteleuropäischen Ohren beim Anblick der kümmerlichen Krüppelbirke zwar übertrieben klingen, aber nach 4,5 Tagen im isländischen Hochland freuten wir uns sehr über dieses plötzliche Treffen. So schnell wie der Baum auftauchte verschwand er jedoch auch wieder hinter der Hügelkuppe.

Anschließend furteten wir die Kápa und trafen nun auf weitere zahlreiche schattenspendende Krüppelbirken. Durch einen richtigen Wald ging es über den Langidalur in Richtung Þórsmörk. Direkt auf der Kuppe haben wir jedoch leider die Abzweigung verpasst und sind stur einer Gruppe Spanier hinterher gelaufen. Als uns der Fehler auffiel, inzwischen hatten sich bereits ein paar Basar_05weitere Trekker eingefunden, wurde wild diskutiert. Leider fielen unsere Argumente nicht auf fruchtbaren Boden, so dass man sich kurze Zeit wieder trennte. Lediglich ein Kanadier ließ sich von unseren Erläuterungen auf der Karte überzeugen und folgte uns. Zum Glück behielten wir Recht und fanden kurz darauf auf den richtigen Weg zurück. Die Spanier haben wir übrigens nie wieder gesehen. 😉

Nach der Überquerung der Krossá trafen wir nach 21 km völlig erschlagen auf dem wunderschön gelegenen Zeltplatz Básar ein. Der Zeltplatz ist aufgrund seiner tollen Lage unterhalb des Eyjafjallajökull auch bei Einheimischen sehr beliebt, die das Wochenende dort verbringen.

Anders als in unserem Reiseführer erwähnt gab es in Básar leider keine Basar_07Einkaufsmöglichkeit. Beinahe hätten wir deswegen unser Abendessen kalt essen müssen, da wir uns beim Kochergas total verschätzt hatten. Die Wardin des Zeltplatzes, die wir nach einem Shop gefragt hatten, drückte uns jedoch wortlos eine 500g Kartusche in die Hand. Auf unsere Nachfrage wie viel sie denn dafür bekäme war ihre kurze Antwort nur „It’s for free“. So kamen wir ein weiteres Mal in den Genuss der hochgelobten isländischen Hilfsbereitschaft. Uns blieb nicht mehr übrig als uns mit einem „Takk fyrir“ zu bedanken!

Nach einem reichhaltigen Abendessen trafen Basar_09wir erneut auf „unseren“ Kanadier (leider haben wir ganz vergessen nach seinem Namen zu fragen aber vielleicht stößt er hier ja mal durch Zufall auf unseren Blog; in diesem Fall bitte melden!! ;)) der uns von einem Freudenfeuer berichtete, das an diesem Abend stattfinden sollte. So machten wir uns kurz vor 22 Uhr auf in Richtung Feuerstelle. Dort waren bereits einige Holzpaletten aufgeschichtet und der Feuermeister war gerade dabei das Feuer zu entzünden.

Basar_11Mit der Zeit trafen immer mehr Isländer ein die sich auf einem Wall um das Feuer niederließen. Es dauerte nicht lange bis die erste Gitarre auftauchte und auch benutzt wurde. Mit der Zeit kamen immer mehr Instrumente hinzu und stimmten ein. Die gespielten Melodien waren uns zwar Großenteils vertraut jedoch waren die isländischen Texte leider gänzlich unverständlich. Anders als „unser“ Kanadier ging es für uns bald zurück in Richtung Zelt, wartete doch am nächsten Tag die „Königsetappe“ auf uns.

Tour-Daten:
21,0 km / 450 HM

Hier geht’s zum Bericht von der 5. Etappe: Básar – Skogár

2 Responses

  1. ach
    | Antworten

    bonfire =/= knochenfeuer
    bonfire = freudenfeuer

    trotzdem noch viel spass!

  2. nico
    | Antworten

    Ui! Da haben wir wohl etwas richtig falsch verstanden. Danke für den Hinweis! Ich habe es soeben im Text geändert. Übrigens gibt es wirklich ein Knochenfeuer:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Halloween
    Ich habe mich schon gewundert warum die Isländer so früh das Sommerende feiern… 😉

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