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Welche Batterien für das GPS-Gerät?

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Batterietest_01

Wir setzen auf nahezu allen unserer Touren als GPS-Gerät ein Garmin GPSMap 62s ein. Daher stellt sich uns natürlich auch die Frage wie wir das Gerät über mehrere Tage zuverlässig mit Strom versorgen können. Auf Island, in Norwegen und bei meiner Radtour durch Schweden und Dänemark hatten wir ausreichend Möglichkeiten ein Solarladegerät zu testen. Der Solarmonkey Adventurer von Powertraveller erschien uns zu Beginn als ideales Tool um all unsere mobilen Energiesorgen lösen.

Nach mehreren Touren mussten wir jedoch feststellen, dass die Ladeleistung des Solarladers schon bei leichter Bewölkung nicht ausreichend ist. Daher haben wir uns von dem Lader wieder getrennt und nach Alternativen gesucht. Zwar gibt es auch deutlich leistungsfähigere Solarlader, diese wiegen jedoch mit einem Pufferakku schnell jenseits der 800g. Und noch mehr schleppen?? Nein danke!

Daher haben wir uns zurück besinnt: Wie hat man denn vor Solarlader & Co. seine Geräte mit Strom versorgt? Richtig, mit Batterien zum wechseln…

Aber Batterie ist nicht gleich Batterie!

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von verschiedenen Batterietypen (auch Primärzelle genannt), deren Funktion auf unterschiedlichen Materialen und chemischen Reaktionen basiert. Vor allem bei alten Batterietypen existieren eine Vielzahl von Nachteilen, denen man sich vor dem Kauf und dem Einsatz bewusst sein sollte.

Sobald energiehungrige Geräte mit einer hohen Stromaufnahme >100mA versorgt werden wollen bricht bei den meisten Alkalibatterien bereits nach kurzer Zeit die Spannung zusammen was zum Ausfall/Abschalten des Gerätes führt obwohl die Batterie an sich noch nicht entladen ist. Besonders negativ sind hier Zink-Kohle-Batterien die jedoch kaum noch erhältlich sind.

Lithium-Eisensulfid-Batterien, die perfekte Batterie?

Jedoch hat sich auch in diesem Bereich in den letzten Jahren einiges getan. Allen voran muss man hier die Lithium-Eisensulfid-Batterien, mit ihren Vorteilen nennen. Die Entladungskurve verläuft sehr flach. D.h. die Batterie hält eine hohe Spannung, nahe der Nennspannung, auch bei hoher Stromaufnahme sehr lange. Erst unmittelbar bevor die Batterie vollständig entladen ist bricht die Spannung zusammen und das Gerät schaltet ab. So kann die hohe Kapazität der Lithium-Batterien auch wirklich abgerufen werden. Dies führt zu einer wesentlich längeren Betriebszeit des Verbrauchers wie z. B. unserem GPS-Gerät.

Einen ausführlichen Test und Entladekurven verschiedener Batterietypen findet Ihr auf der Seite von Dr. Rolf Zinniker der ETH Zürich.

Darüber hinaus sind Lithium-Batterien hervorragend tieftemperaturbeständig (bis -40°C), so dass auch im Winter die Leistung der Batterien nicht so stark abnimmt wie bei anderen Batterietypen. Die geringe Masse von 14g (AA) im Vergleich zu den 23g einer normalen Alkali-Batterie und die lange Lagerfähigkeit von mindestens 10 Jahren sprechen für sich. Als einziger Nachteil ist der deutlich höhere Preis zu nennen.

Energizer Ultimate Lithium-Batterie

Batterietest_03Ein Vorreiter und gleichzeitig bekannter Hersteller von Lithium-Batterien für den Endkunden ist die Firma Energizer mit der Ultimate Lithium-Batterie. Diese Batterie gibt es im Internet ab 1,67 EUR pro Stück zu kaufen. Das Preisgefälle ist recht heftig, so dass sich ein bisschen googlen lohnt.
Energizer bietet auf der Homepage auch das Datenblatt der Batterie.

Vergleich der Laufzeiten

In einem Praxistest haben wir zwei verschiedene Batterien und einen wiederaufladbaren NiMH-Akku in unserem Garmin GPSMAP 62s bei deaktivierter Hintergrundbeleuchtung getestet:

Dabei stellt die Energizer Batterie die absolute Highendlösung dar. Die Gut&Günstig Batterie ist hingegen eine sehr günstige Alkali-Mangan-Batterie von Discounter. Die schon gut gebrauchten eneloop Akkus sind unsere Alltagslösung. Sei es beim Wandern oder Mountainbiken. Wenn wir abends wieder eine Steckdose zur Verfügung haben nutzen wir natürlich die wiederaufladbaren Akkus.

NameTypNennspannungKapazitätGewicht pro Stk.
Energizer Ultimate LithiumBatterie1,5 V3100 mAh14 g
Gut&Günstig Alkali-ManganBatterie1,5 V---23 g
Sanyo eneloopAkku1,2 V1900 mAh25 g

In unserem Test, bei dem das Gerät mit deaktivierter Hintergrundbeleuchtung betrieben wurde, konnten wir mit Lithium-Batterien eine Laufzeit von 35,3 Stunden ermitteln. Die Gut&Günstig Alkali-Mangan-Batterien haben hingegen nur 19,5 Stunden durchgehalten. Mit unseren normalerweise verwendeten Eneloop Akkus betrug die Laufzeit ebenso 19,5 Stunden.

Die Betriebszeit in Tagen in der unten stehenden Tabelle ergibt sich aus einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 8 Stunden pro Tag.

NameLaufzeit in hBetriebszeit
Energizer Ultimate Lithium35,3 h4,4 d
Gut&Günstig Alkali-Mangan19,5 h2,4 d
Sanyo eneloop19,5 h2,4 d

Laufzeitsieger ist also eindeutig die Lithium-Batterie!

Fazit

Mit einem Stückpreis von 1,67 EUR sind die Energizer Ultimate Lithium allerdings alles andere als ein Schnäppchen. Aber…

…aufgrund der extrem langen Laufzeit auch bei niedrigen Temperaturen stellen die Lithium-Batterien für uns die Ideallösung dar um unterwegs unser GPS-Gerät mit Strom zu versorgen.

Das geringe Gewicht der Lithium-Batterien ermöglicht das Mitführen einer großen Anzahl von Ersatzbatterien. Ein Beispiel: Bei einem Gewicht von 800 g für einen Solarlader könnte man stattdessen 28 Sätze Lithium-Batterien mitführen. Bei der von uns ermittelten Laufzeit von 35,5 Stunden pro Satz ergibt das eine mögliche ununterbrochene Gesamtlaufdauer von 41 Tagen für das GPS-Gerät. Das ist sicherlich für die meisten Touren vollkommen ausreichend. 😉

Übrigens, auch Stiftung Warentest hat sich vor einiger Zeit  bzw. Jahren die Lithium-Batterien genauer angeschaut. Hier findet Ihr den Test dazu.

In Verbindung mit den bereits von uns vorgestellten Storacell Battery Caddies kann man übrigens seine Ersatzbatterien auf Tour perfekt organisieren. 🙂

FB_Batterietest

Bei kurzen Touren in heimischen Gefilden sind jedoch nach wie vor die wiederaufladbaren Sanyo eneloop Akkus alternativlos! Das schont nicht nur den Geldbeutel sondern auch die Umwelt! 🙂

Welche Möglichkeiten nutzt Ihr um auf langen Touren Eure elektronischen Geräte mit Strom zu versorgen? Das Problem der Versorgung von Digicam ist nämlich mit den AA-Batterien leider noch nicht gelöst. 🙁

5 Responses

  1. Franz Padberg
    | Antworten

    Hi Nico,
    guter Beitrag, schöner Block!
    Die Batterie Infos sind interessant und wenn man nicht als Globetrotter unterwegs ist.

    Viele Grüße auch an Chalotte
    Franz

  2. Matthias
    | Antworten

    Hi Nico,
    ist Dir ein Lithium-Akku-Bausatz für das Garmin GPSMAP 62/64 bekannt?
    Grundsätzlich müsste es funktionieren da 2 AA-Batterien in Serie max. 1,6V = 3,2V haben dürfen
    und ein Lithium-Akku Standard 3,6-3,7V (in Parallell-Schaltung ev. mit kleinen Vorwiderstand 270kOhm)
    Grund: Hab mit den NiMh-Akkus große Probleme bei Minus-Temperaturen (>-10°C) beim Skitouren gehen.

    Den Einsatz von 2 Li-Ion-Akku mit 1,5V finde ich nicht sinnvoll, da diese nur 750-1600mAh haben,
    und ich bei den NiMh ca. 2400mAh hab. Von der Theorie müsste der Li-Ionen-Akku durch die doppelte Energiedichte abzüglich den Platz für die Ladetechnik min. 3000mAh bei gleicher Baugröße erreichen.

    Von der Tiefenentladung hat das Gerät ja bereits die automatische
    Abschaltung integriert, sprich der Li-Ionen-Akku wird nicht unter 2,5V entladen, wenn das Gerät im Batterie-Status ist.

    Bin für jeden Tip dankbar.

    • nico
      | Antworten

      Hi Matthias!
      Also da bin ich ehrlich gesagt überfragt! Von einem solchen Bausatz habe ich noch nichts gehört und die von Dir beschriebene Lösung übersteigt auch ein bisschen meine Elektronikfähigkeiten. 😉
      Grüße!

      nico

  3. Oliver
    | Antworten

    Interessant wäre noch ein Vergleich mit einem Akku höherer Kapazität gewesen, zB. ansmann 2850 oder eneloop pro.

    • nico
      | Antworten

      Hallo Oliver!
      Da hast Du auf jeden Fall Recht… 🙂

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